Montag, Februar 28, 2005
Jährlich 1000 Tote durch MRSA
Knapp 1000 Tote in Großbritannien durch MRSA
(hobe) Vermeidbare 955 Tote durch MRSA, eine Bakterieninfektion, die man sich im Krankenhaus einfängt, verzeichnete die unlängst erschienene britische Gesundheitsstatistik für das Jahr 2003. Doppelt soviel Tote wie im Jahr 1999. MRSA steht für "Methicillin resistentes Staphyllococcus aureus." und sein natürliches Biotop sind die dreckigen Pflegerhände in schlecht desinfizierten Krankenhäusern. Als Todesursache steht Blutvergiftung oder Septicämie auf dem Totenschein, man rechnet mit einer Dunkelziffer von insgesamt ca. 5000 MRSA-Toten pro Jahr.
Dabei sind die Zustände in den Krankenhäusern alarmierend. "Einige Schlachthöfe waren sauberer und hygenischer, als gewisse Krankenhäuser, die ich auch untersucht habe", fällte Professor Hugh Pennigton, oberster Mikrobiologe des Königreichs, in der Londoner Times sein Urteil. Besonderes schlimm sei die Situation auf den Neugeborenen-Kliniken. Man habe schon zahlreiche MRSA-Fälle bei den Babys festgestellt. Infektionen, die durch simple Hygiene-Maßnahmen wie Händewaschen vermieden werden könnten, so die Times weiter.
Diese 955 britischen MRSA-Tote sind "echte" Tote, sie unterscheiden sich deutlich von "errechneten", statistischen 1000 Toten pro Jahr, die angeblich durch Passivrauchen, anfallen würden. Der Skandal liegt in der Unverhältnismäßigkeit der Mittel. Während in Antiraucher-Kampagnen Geld in Millionenhöhe gesteckt wird, hatten das britische Gesundheitsministerium lediglich 140.000 Pfund für eine "Studie" des längst bekannten Problems übrig.
Times, printerfriendly
(hobe) Vermeidbare 955 Tote durch MRSA, eine Bakterieninfektion, die man sich im Krankenhaus einfängt, verzeichnete die unlängst erschienene britische Gesundheitsstatistik für das Jahr 2003. Doppelt soviel Tote wie im Jahr 1999. MRSA steht für "Methicillin resistentes Staphyllococcus aureus." und sein natürliches Biotop sind die dreckigen Pflegerhände in schlecht desinfizierten Krankenhäusern. Als Todesursache steht Blutvergiftung oder Septicämie auf dem Totenschein, man rechnet mit einer Dunkelziffer von insgesamt ca. 5000 MRSA-Toten pro Jahr.
Dabei sind die Zustände in den Krankenhäusern alarmierend. "Einige Schlachthöfe waren sauberer und hygenischer, als gewisse Krankenhäuser, die ich auch untersucht habe", fällte Professor Hugh Pennigton, oberster Mikrobiologe des Königreichs, in der Londoner Times sein Urteil. Besonderes schlimm sei die Situation auf den Neugeborenen-Kliniken. Man habe schon zahlreiche MRSA-Fälle bei den Babys festgestellt. Infektionen, die durch simple Hygiene-Maßnahmen wie Händewaschen vermieden werden könnten, so die Times weiter.
Diese 955 britischen MRSA-Tote sind "echte" Tote, sie unterscheiden sich deutlich von "errechneten", statistischen 1000 Toten pro Jahr, die angeblich durch Passivrauchen, anfallen würden. Der Skandal liegt in der Unverhältnismäßigkeit der Mittel. Während in Antiraucher-Kampagnen Geld in Millionenhöhe gesteckt wird, hatten das britische Gesundheitsministerium lediglich 140.000 Pfund für eine "Studie" des längst bekannten Problems übrig.
Times, printerfriendly
Raketentreibstoff in Muttermilch
Die nächst Humbug-Welle rollt heran. Mit modernster Lebensmittelanalytik hat man in menschlicher Muttermilch ein paar Perchlorat-Ionen gefunden. Eigentlich nichts Schlimmes, denn die Welt besteht ja aus nichts anderem als aus Strahlen, Atomen, Molekülen, Ionen und Genen. In den Vereinigten Staaten fürchtet man sich schon, mal sehen wann die Panikmache in heimischen Bioläden zündet.
Perchlorat ist chemisch so ähnlich wie Kaliumnitrat (Stickstoff mit vielen Sauerstoffen drumherum) oder Kaliumpermanganat (das violette Zeug aus dem Chemiebaukasten, das man auch zum Desinfizieren von Wasser verwendet, hier ist ein Manganatom von ganz viel Sauerstoff umgeben). Zum "Raketentreibstoff" werden solche Chemikalien im Chinaböller. Der Mechanismus ist der, dass eine chemische Reaktion den gebundenen (festen) Sauerstoff als gasförmigen Sauerstoff (O2) freisetzt. Dadurch entsteht eine "schnelle Volumenänderung", die man gemeinhin als Explosion bezeichnet.
Doch vor solchen Prozessen im Inneren eines Babys sollten sich Mütter nicht fürchten, schlimmer sind da schon die mit Flüssigkeit begleiteten Volumenänderungen, die man gemeinhin als "Bäuerchen" bezeichnet.
Perchlorat ist chemisch so ähnlich wie Kaliumnitrat (Stickstoff mit vielen Sauerstoffen drumherum) oder Kaliumpermanganat (das violette Zeug aus dem Chemiebaukasten, das man auch zum Desinfizieren von Wasser verwendet, hier ist ein Manganatom von ganz viel Sauerstoff umgeben). Zum "Raketentreibstoff" werden solche Chemikalien im Chinaböller. Der Mechanismus ist der, dass eine chemische Reaktion den gebundenen (festen) Sauerstoff als gasförmigen Sauerstoff (O2) freisetzt. Dadurch entsteht eine "schnelle Volumenänderung", die man gemeinhin als Explosion bezeichnet.
Doch vor solchen Prozessen im Inneren eines Babys sollten sich Mütter nicht fürchten, schlimmer sind da schon die mit Flüssigkeit begleiteten Volumenänderungen, die man gemeinhin als "Bäuerchen" bezeichnet.
Freitag, Februar 18, 2005
Hamburger Taxifahrer
Gewiss, nicht alle Hamburger Taxifahrer sind Schurken. Da ist einmal der sympathische ehemalige Kurierfahrer, der mich in Windeseile vom Flughafen nach Hause und wieder zurück brachte, als ich meine Tickets vergaß, was ich erst bemerkte als ich meinen Koffer schon aufgegeben hatte.
Oder die nette ältere Dame, die merkwürdigerweise die billigste Tour vom Kiez nach Barmbek produzierte, indem sie exakt den Weg nahm, den ich auch sonst so mit meinem eigenen Wagen fahre. Statt einer von diesen Taxifahrer-Abkürzungen, die in philosophischen Diskussionen über den kürzesten Weg vs. den schnellsten Weg eskalieren.
(So wie damals als, ein der deutschen Sprache unkundiger Chauffeur nachts um vier mit mir in einer Tempo-30-Zone vor der fünften roten Ampel hielt.)
Selbst der 90-jährige Opa, der zwar nicht in 2 Sekunden auf Tacho 65 beschleunigt, sondern ganze 30 Sekunden bis Tempo 48 km/h brauchte, dafür NICHT aber das nervtötende Vorrollen über die Haltelinie bei roter Ampel zelebrierte, gehört zu den sympathischen Gestalten der hiesigen Taxifahrer-Szene.
Als die Beschwerden der Hamburg-Touristen allzu groß wurden, ob der ruppigen rüden Art, wie man am Flughafen abgefertigt würde, kontrollierte die Polizei doch mal die Gelbe Gang vom Airport und fand sogleich manipulierte Taxameter und keine Personenbeförderungs- resp. Führerscheine bei insbesondere Angehörigen jener Nationen, deren Vertreter hierzulande für mehr Toleranz für ihre Kultur der Todesstrafe durch Steinigen sowie der Rechtlosigkeit von Frauen einfordern.
Gut, wurde gesagt, das wären nur Einzelfälle. (Auch wenn Werbeagentur-Damen, die abends mit ihrem Koffer von der Präsentation zurück in die Hansestadt eintrudeln, ein ganz anderes Lied sangen: Eine allein herumstehende Frau, vollbepackt, wird nicht mitgenommen, geschweige denn die Tür göffnet oder der Koffer getragen, denn es ginge unter Taxifahrern die Mär um, diese Frauen wollen eh nur bis zur nächsten S-Bahn-Station mitgenommen werden, und die 15 Euro lohnten nicht den Aufwand.) "Einige" schwarze Schafe, die das Bild der ehrwürdigen Zunft in Verruf brächten.
So auch zum Beispiel dieser bislang unbekannte Taxifahrer, der gestern noch frech dem Busfahrer zugewunken hatte, bevor er sich aus dem Staub machte, und den Busfahrer mit vier verletzten Passagieren - infolge einer durch das wendende Daimler-Chrysler-Taxi hervorgerugenen Notbremsung - allein auf der Busspur zurückließ.
Polizeipresse Hamburg: Taxifahrer verursacht Notbremsung
PS: Wenn Sie durch die Tiefgarage des CCH fahren, werden Sie abgezogen!
Oder die nette ältere Dame, die merkwürdigerweise die billigste Tour vom Kiez nach Barmbek produzierte, indem sie exakt den Weg nahm, den ich auch sonst so mit meinem eigenen Wagen fahre. Statt einer von diesen Taxifahrer-Abkürzungen, die in philosophischen Diskussionen über den kürzesten Weg vs. den schnellsten Weg eskalieren.
(So wie damals als, ein der deutschen Sprache unkundiger Chauffeur nachts um vier mit mir in einer Tempo-30-Zone vor der fünften roten Ampel hielt.)
Selbst der 90-jährige Opa, der zwar nicht in 2 Sekunden auf Tacho 65 beschleunigt, sondern ganze 30 Sekunden bis Tempo 48 km/h brauchte, dafür NICHT aber das nervtötende Vorrollen über die Haltelinie bei roter Ampel zelebrierte, gehört zu den sympathischen Gestalten der hiesigen Taxifahrer-Szene.
Als die Beschwerden der Hamburg-Touristen allzu groß wurden, ob der ruppigen rüden Art, wie man am Flughafen abgefertigt würde, kontrollierte die Polizei doch mal die Gelbe Gang vom Airport und fand sogleich manipulierte Taxameter und keine Personenbeförderungs- resp. Führerscheine bei insbesondere Angehörigen jener Nationen, deren Vertreter hierzulande für mehr Toleranz für ihre Kultur der Todesstrafe durch Steinigen sowie der Rechtlosigkeit von Frauen einfordern.
Gut, wurde gesagt, das wären nur Einzelfälle. (Auch wenn Werbeagentur-Damen, die abends mit ihrem Koffer von der Präsentation zurück in die Hansestadt eintrudeln, ein ganz anderes Lied sangen: Eine allein herumstehende Frau, vollbepackt, wird nicht mitgenommen, geschweige denn die Tür göffnet oder der Koffer getragen, denn es ginge unter Taxifahrern die Mär um, diese Frauen wollen eh nur bis zur nächsten S-Bahn-Station mitgenommen werden, und die 15 Euro lohnten nicht den Aufwand.) "Einige" schwarze Schafe, die das Bild der ehrwürdigen Zunft in Verruf brächten.
So auch zum Beispiel dieser bislang unbekannte Taxifahrer, der gestern noch frech dem Busfahrer zugewunken hatte, bevor er sich aus dem Staub machte, und den Busfahrer mit vier verletzten Passagieren - infolge einer durch das wendende Daimler-Chrysler-Taxi hervorgerugenen Notbremsung - allein auf der Busspur zurückließ.
Polizeipresse Hamburg: Taxifahrer verursacht Notbremsung
PS: Wenn Sie durch die Tiefgarage des CCH fahren, werden Sie abgezogen!
Donnerstag, Februar 17, 2005
Krank: Adam Green
Adam Green, der Sänger mit den merkwürdigen Bewegungen trat im Hamburger Schauspielhaus auf. Ich war ein "Plus Eins" auf der Gästeliste und durfte in einer richtigen Loge platznehmen. Meine Begleiterin will seit dem nur noch Logenplätze. Der Vorteil eines Logenplatzes: Man kann schnell mal raus zur Bar. Und man kann die Getränke zum Applaudieren auch abstellen. Sonst muss man den Becher zwischen die Zähne klemmen, was unschön aussieht. Also jedenfalls: Adam Green betrat die Bühne mit den Worten: "Hello. I’m sick!" Das hielten die Ironieexperten von der Spex-Fraktion schon wieder für einen extrem hintergründigen Scherz und mussten ihr Kennerlachen vernehmen lassen. "Ah, welch hintergündige Ironie." mögen sie sich gedacht haben. - Doch leider war das ernst gemeint. Adam Green war krank, man sah es ihm an, er hatte wohl eine Erkältung. Trotzdem bestritt er tapfer seinen Auftritt mit einer Stimme "wie ein ausgebildeter Bariton" (meine Begleiterin). Also er hat wirklich eine gute Stimme. Aber leider sagen mir seine Songs rein gar nichts. Schade.
Augentropfen
Apotheker aufgepasst! So verkauft man Augentropfen. Als mir nach zweimonatigem Tragen von Ein-Wochen-Kontaktlinsen (ohne nächtliches Entfernen) endlich ein Auge tränte, ging ich in eine Apotheke und verlangte Augentropfen. Sie wurden mir verkauft mit einem unnachgefragten Hinweis, wie man damit Drogenmissbrauch treiben könnte: »Die nehmen Hollywoodstars regelmäßig, um ihre Augen schön weiß zu bekommen.«
