Montag, April 18, 2005

 

Rauchende Omas

Steckt da jetzt Absicht dahinter? Müssen erst fundierte Widerlegungen Allgemeinwissen werden, bevor man sich bei der taz zur Veröffentlichung eines Wissenschaftsartikels entschließt? Feuern die Neuronen der Redakteure in Schneckengeschwindigkeit? Diesmal war es Walter Löhr in der taz, der den Quatsch mit den "Rauchenden Omas, die Schuld am Asthma ihrer Enkel sind", (Genetisch!) in Deutschland verbreitet.

Es geht übrigens nicht darum, dass wenn Omi jetzt raucht, dass das Baby dann Asthma bekommt! Umgekehrt! Wenn Omi geraucht hatte, damals in den Fluffy Fifties, dann soll sich das Erbgut verändern, und das Enkelkind hat dann Asthma. Angeblich! Es ist hanebüchener Unsinn! Einige nennen das auch Lyssenkoismus. Man müsste in schallendes Gelächter ausbrechen, wenn nicht jetzt irgendwelche armen Omis von ihren taz-lesenden Töchtern angeschnauzt werden.

Über den statistischen Unsinn der Studie des Professor Gilliland von der Surf-Universität Südkalifornien ließ sich Prof. em. Brignell auf seiner Numberwatch-Seite unter Granny Not aus, er nennt immerhin seine Quelle, die dieselbe des taz-Kopisten ist: die BBC. Und da klaut ja auch der Stern.

Trotzdem können die "Redakteure" nicht erklären, warum die Asthma-Häufigkeit ansteigt, wo doch die Tabakrauch-Exposition immer niedriger wird. Die naheliegende Antwort: "Es besteht kein Zusammenhang!" kann aber aus ideologischen Gründen nicht gegeben werden. Und die Forscher, die forschen nicht, sondern produzieren nur noch Strichlisten.

Samstag, April 16, 2005

 

Antje Vollmer, der Papst und die USA

Der Wahnsinn unserer gebenedeiten Ur-All-Mutter Antje Vollmer (B90/Grün) hat den Erdball halb umrundet und nervt auch dort intelligentes Leben. Der australische Blogger Tim Blair erwähnt sie.
Meanwhile, Spiegel Online reports (via David Kaspar) that German green Antje Vollmer has a bold new theory:

The US government set the Catholic pedophilia scandal in motion because it wanted to weaken an already frail pope. That’s also why it made Poland its chief partner in the Iraq war: to make the Vatican look bad.

It makes sense, once you remove your frontal lobe.


Auf deutsch: Die US-Regierung, so Antje Vollmer, habe den Pädophilen-Skandal forciert, um den Papst zu schwächen, sie habe deshalb Polen zum europäischen Haupt-Partner im Irak-Krieg gemacht, um den Vatikan zu schwächen. Diese Super-Theorie mache Sinn, so Tim Blair, aber erst nachdem man sich das Gehirn hat operativ entfernen lassen. Irgendwie vermisse ich solche Kommentare in den deutschen Medien.

(PS: Wie man der Vollmerschen Biographie (s.o.) entnehmen kann, trat sie nach eigenen Angaben 1985 mit der RAF in einen Dialog, mit dem Erfolg der Selbstauflösung der RAF nur 13 Jahre später im Jahr 1998. Was für eine verlogene Selbstbeweihräucherung!)

 

Kaffeeklatsch, Runde 2

Weiter unten berichtete ich über die Erkenntnis, dass Kaffee, doch zum Wasserhaushalt beiträgt. Mittlerweile bin ich zur Quelle der Quelle vorgestoßen: Wissenschaft.de bezog ihre Information von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), die wöchentlich Pressemitteilungen generiert.

Jedenfalls muss es in gesundheitsbewussten Kreisen eine Regel gegeben haben, nach der man zu jeder Tasse Kaffee ein Glas Wasser trinken MUSS, damit man nicht austrockne. Gut, in einigen guten Cafés bekommt man das Glas Wasser umsonst zum Espresso dazu, man könnte das ja für eine feine italienische Lebensart halten, aber nein. In Deutschland muss ja alles verordnet werden.

Zurück zu den "Ernährten": Die DGE berichtet
»Die Empfehlung, zu jeder Tasse Kaffee ein Glas Wasser zu trinken, beruhte u. a. auf der Fehlinterpretation der Ergebnisse einer Studie, in der die Gesamtwassermenge als alleiniges Maß für die Beurteilung der Flüssigkeitsversorgung herangezogen wurde:

Bei zwölf Freiwilligen, die seit fünf Tagen keinen Kaffee mehr getrunken hatten, führte der Konsum von sechs Tassen Kaffee am Versuchstag zur durchschnittlichen Abnahme des Körpergewichts von 0,7 kg und einem gleichzeitigen Anstieg des Urinvolumens und der Natriumausscheidung. Die Schlussfolgerung von Kaffee als Flüssigkeitsräuber beruht auf einem Irrtum, der die vorübergehende Abnahme des Körpergewichts und damit der Gesamtkörperwassermenge mit einer Verschlechterung der Flüssigkeitsversorgung gleichsetzte.«
DGE-Aktuell vom 12.1.2005


Wie bitte? 12 Freiwillige? Zwölf? Das soll für eine wissenschaftliche Aussage reichen? Wie warm war es an dem Tag, vielleicht haben die ja alle geschwitzt wie sonstwas und haben dann nur sechs Tassen Kaffee bekommen? Trinken einen Tag lang Kaffee? Und dann wuden sie auf eine Waage gestellt? Meine Waage wiegt auf ein halbes Kilogramm genau. Also die 700 Gramm, die die Probanden abgenommen haben? Warum wurde das nicht zu einer neuen Kaffee-Diät? Täglich 700 Gramm abnehmen, trinken Sie einfach sechs Tassen Kaffee! Das wäre wohl eine zu billige Diät. Zwölf Leute, die an einem Tag Kaffee trinken und sich hinterher auf die Waage stellen, das darf man heutzu

Freitag, April 15, 2005

 

SPD verbieten

Dass man dem Spötter nicht glaubt, wenn er es ernst meint, wusste schon James Joyce. Und so gerät der Beitrag von Dietmar "Didi" Dath in der FAZ natürlich als "Glosse". Er fordert ein Verbot der SPD und deren Observierung durch V-MännerInnen durch den Verfassungsschutz. Seine Argumente haben einiges für sich, auch wenn er ironisierend partei-psychologisch argumentiert.

Trotzdem: Ein Experiment sollte es sein, die egalitäre Gesamtschule, doch das Experiment wurde nie ausgewertet. Das Ergebnis: ein Zweiklassen-Bildungssystem entstand, mit "guten" Schulen, deren Adressen in Elternkreisen gehandelt werden. Das Sozialsystem sollte an einer hypothetischen "sozialen Gerechtigkeit" orientiert sein. Ergebnis: Zahlreiche Leute (bis 300.000 Deutsche) wurden via Überbrückungsgeld aus der Arbeitslosenstatistik in die Selbständigkeit befördert, und von dort aus in den Status der Nichtmehr-Krankenversicherung. In den Obdachlosenstuben, die bislang kostenlose medizinische Versorgung anbieten, tauchen immer mehr Menschen auf, die durchaus nicht auf der Straße leben, um sich behandeln zu lassen. Na super! Da wurde ein System der privat organisierten Charity nach amerikanischen Vorbild geschaffen, das man ja eigentlich überhaupt nicht haben wollte. Ein Fall für Wowereit und seine nächste Gala!

Irgendwie erinnert das doch an die Antithese des Mephisto-Prinzips (Das Böse wollen, das Gute schaffen) an dem sich die SPD entlanghangelt: Das Gute wollen, die Katastrophe erzeugen. Darauf einen Müntefering, Prost!

Donnerstag, April 14, 2005

 

Super! Türkentrank gesund

Wassertrinker nerven! Der schlimmste Fall in einem Büro, den ich je erlebt habe, war ein anscheinend unterbeschäftigter Mann, der innerhalb eines Arbeitstages ohne medizinische Diagnose sechs Liter Wasser in sich hineinschüttete und anschließend viel Zeit mit Toilettengängen verbrachte. Wenn man dann seinen Kaffee trank, musste man sich das Gesundheitsgenerve der versammelten Tee- und Wassertrinker anhören. (Dabei waren immer SIE, diejenigen die krankgeschrieben wurden, und nicht ich.)

Susanne Donner schreibt meine Entlastung, wissenschaftlich begründet:
»Kaffee ist besser als sein Ruf: Neue Ergebnisse entlasten den beliebten Muntermacher
Kaffee ist zwar in allen Kulturen beliebt, gilt aber als gesundheitlich nicht ganz unbedenklich. Einige der häufigen Vorurteile konnten Wissenschaftler jedoch inzwischen entkräften. So ist das dunkle Heißgetränk beispielsweise kein Flüssigkeitsräuber, wie lange angenommen. ...«
Der lesenswerte Artikel steht hier: Wissenschaft.de

Samstag, April 09, 2005

 

NZZ feiert Erz-Homöopathen

Die sonst so wohltuend sachliche Neue Zürcher Zeitung (NZZ) begibt sich auf das Niveau der Frauenzeitschriften und verabschiedet sich in Richtung Neue Blödheit. Der Autor Uwe Justus Wenzel geht in dem Schweizer Blatt den "Alternativmedizinern" auf dem Leim, indem er von "Erfolgen" redet. Diese Erfolge mögen die praktizierenden Scharlatane in der Nachfolge des Erz-Scharlatans Samuel Hahnemann auf ihrem Bankkonto vorweisen, denn selten wird so effektiv "geheilt", wenn Wasser gegen Bargeld getauscht wird. Wenzel schreibt:
Auch ohne die «letzten» Fragen zu beantworten, kann die sich auf Hahnemann berufende erfahrungswissenschaftliche Heilkunst Erfolge vorweisen - Heilerfolge.
Ja welche denn? Seit nunmehr gut 200 Jahren lassen die Spökenkieker sich nur ungern in Karten und Konten schauen.

Der skeptische Professor Robert Todd Carroll führt auf seiner Website skepdic.com zahlreiche Zeugen der Anklage auf. Er schreibt:
Eine Übersicht über die Reviews der zahlreichen Wirksamkeitsstudien der Homöopathie führte Terence Hines durch (2003: Pseudoscience and the Paranormal, S. 360-362). Er analysierte die Studien von Taylor et al. 2000, Wagner 1997, Sampson und London 1995, Kleijen, Knipschild und ter Riet 1991, sowie Hill und Doyon 1990. Über 100 Studien, und keine davon konnte die Wirksamkeit homöopathischer Mittel belegen. Ramey 2000 bemerkte, dass "die Homöopathie seit Mitte der Achtzigerjahre das Thema von mindestens 12 wissenschaftlichen Untersuchungen war, darunter auch Meta-Analysen. Die Ergebnisse sind bemerkenswert einheitlich: Homöopathische 'Mittel' wirken nicht."


Da theoretische, quantitative Betrachtungen bei der Kundschaft kaum ankommen, hier eine Anekdote: Eine Bekannte, die junge Frau C., hatte einen unwesentlich aufgeblähten Bauch. Sie ging zu einem Allgemeinarzt, der keine Krankheit feststellen konnte. - Daraufhin konsultierte C. den ersten Homöopathen, der gleich die Modekrankheit Candida, den Darmpilz diagnostizierte, und zu einer komplizierten, teuren Ernährung ohne Kohlenhydrate, aber "biologisch", riet. Dadurch verschlechterte sich der Gesundheitszustand von C., und die ohnehin zierliche Person verlor rapide an Gewicht (und an Geld).

Als sich nach zwei Monaten ihr Allgemeinzustand nicht besserte, konsultierte C. einen weiteren Homöopathen, der viel Verständnis für sie hatte. Da sich C. jetzt überwiegend von Joghurt und Milchprodukten ernährte, erkannte der zweite Homöopath sogleich und ohne teuren Test auf Lactose-Intoleranz, die Milchzuckerunverträglichkeit.

Neben Kohlenhydraten verzichtete C. jetzt also auch noch auf Milcheiweiß, nahm weiterhin ab, war immer noch krank und anschließend wieder beim regulären Arzt. Der schickte sie aufgrund ihres starken Untergewichts sofort in die Kur. Dort musste sie, die weder Pilz hatte, noch lactoseintolerant war, weder allergisch reagierte noch psychosomatische Beschwerden aufwies, erstmal wieder ordentlich essen lernen.

Die ganze Leidenszeit dauerte ein volles Jahr, davon konnte sie ein halbes Jahr lang nicht zur Arbeit gehen.

Sonntag, April 03, 2005

 

Pigasus Awards 2005 vergeben

Sie werden alljährlich vom Ober-Skeptiker James Randi verliehen. Die Gewinner werden von ihm durch Extrasensorische Wahrnehmung (ESP) benachrichtigt und dürfen ihren Preis gerne vorhersagen. Der Preis wird via Telekinese zugestellt. (Sollte er nicht angekommen, liegt es an den mangelnden telekinetischen Fähigkeiten der Laureaten)

Es gibt vier Kategorien
1 Lächerlichster Wissenschaftler
2 Freigiebigste öffentliche Einrichtung
3 Dreistestes Medienerzeugnis
4 Scharlatan des Jahres

(Nominierungen für Deutschland werden hier gern entgegen genommen.)

Die Preisträger der diesjährigen Pigasus Awards sind
1 Dr. Rogerio Lobo
2 USAF Research Laboratory
3 Der Film "What the #$*! Do We Know?" der Ramtha-Erleuchtungsschule
4 die Hellseherin Sylvia Browne

1 Der lächerlichste Wissenschaftler 2004
Er geht an Dr. Rogerio Lobo, Professor für Gynäkologie an der Columbia University für seine Mitautorschaft an der Arbeit "Hilft Beten bei künstlicher Befruchtung?"

Der Originaltitel der Arbeit lautet: Prof. Dr. Rogerio Lobo, Dr. Kwang Cha, Daniel Wirth, 2004 Does Prayer Influence the Success of in Vitro Fertilization-Embryo Transfer. Journal of Reproductive Medicine (JRM).

Die namentliche Zeichnung des Professors führte zur Annahme der albernen Arbeit bei der renommierten Fachzeitschrift. Der Co-Autor Daniel Wirth ist übrigens kein Mediziner, sondern ein betrügerischer Rechtsanwalt, der zu einer fünfjährigen Gefängnisstrafe wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit der Columbia University verurteilt wurde.

2 (Aus Steuermitteln finanzierte) Organisation, die die sinnloseste Studie über Okkultes, Übernatürliches oder Paranormales durchführt

Stattliche 25.000 Dollar zahlte das US Air Force Research Laboratory einem Dr. Eric W. Davies der Firma "Warp Drive Metrics" aus Las Vegas für eine Studie über die "Personenbeförderung auf psychischem Wege, sowie Transport durch zusätzliche Raumdimensionen oder Paralleluniversen".

Für das Geld erhielt die USAF einen Sciencefiction-Roman, der sich als "wissenschaftliche Studie" tarnte mit dem Titel Teleportations Physics Study, die zu dem Schluss kam, man sei noch weit von der Teleportation entfernt, benötige aber jährlich 7 Mio. Dollar für weitere Studien.

3 Medienerzeugnis, das haltlose Behauptungen übernatürlicher Phänomene als die reine Wahrheit ausgibt
Der Pigasus 2004 im der Kategorie Medien geht an den Film "What the #$*! Do We Know?" Diese Dokudrama befasst sich vorgeblich um die "wahre Natur der Realität" Produktio, Drehbuch, Regie und Darsteller stammen aus der Ramtha-Erleuchtungsschule. Bezahlt hat den Film ein Schüler (= Depp) der New-Age-Guruette JZ Knight. Highlights des laufenden Schwachsinns sind wie immer Deepak "Ayurveda" Chopra, aber auch der vorgebliche Wasserstrukturveränderer Masura Emoto, der Wassergläser mit "magischen" Worten beschriftet.

4 Scharlatan des Jahres 2004
Hier geht es um die größten Medienresonanz bei maximalem Unvermögen. Die Preisträgerin ist die untalentierte Hellseherin Sylvia Browne. Im Juli 2004 "sah" sie einen toten Osama Bin Laden, drei Monate später sah die Welt das nächste Osama-Video.
(Im Jahr 2003 "sah" sie den Tod von Saddam Hussein, sowie einen Vulkanausbruch im Yellowstone Park, ein Baby von Britney Spears etc.)

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