Donnerstag, Mai 26, 2005
Club der doofen Deutschen
Wilkommen. Der führende Skeptiker des Internets, Robert Todd Carroll verzeichnet einen Neuzugang in seiner Liste fragwürdiger Gestalten. Wunderdoktor Rath, der sein hochdosiertes, überteuertes Vitamin C jetzt nicht mehr in der Jahrmarktbude nebenan verscherbelt, sondern in Südafrika herumturnt, ist endlich mit einem skeptischen Lexikoneintrag in die Riege deutschsprachiger Scharlatane aufgenommen worden. Und irgendwie verwundert es mich nicht mehr, dass er seine Karriere in Hamburg, genauer dem UKE (Universitätsklinikum Eppendorf) begann.
»Dr.« Rath steht damit in einer Reihe mit Sigmund Freud, Wilhelm Reich, CG Jung, Rudolf Steiner, Erich von Däniken und Reiner Protsch von Zieten, jene Deutschzüngler, die sich international in der Wissenschaftwelt grandios blamiert haben.
»Dr.« Rath steht damit in einer Reihe mit Sigmund Freud, Wilhelm Reich, CG Jung, Rudolf Steiner, Erich von Däniken und Reiner Protsch von Zieten, jene Deutschzüngler, die sich international in der Wissenschaftwelt grandios blamiert haben.
Dienstag, Mai 24, 2005
Artenvielfalt
Schon der reißerische Rubriktitel ist ein gutes Omen für schlechten Journalismus. Hinter »Artensterben: Der Todeskampf der Tierwelt« verbirgt sich nicht die BILD-Zeitung, nicht die Brigitte, sondern Spiegel online.
»Artenvielfalt sinkt dramatisch« wird dort verkündet, Studien hätten es herausbekommen. Doch nach kurzem Überfliegen stellt man fest: Diese Studie ist keine Studie, in der Fakten studiert werden, sondern eine wilde Spekulation vom Niveau der Kometeneinschlagsszenarien der BILD-Zeitung.
Der fragliche Artikel beginnt mit dem Glaubensbekenntnis der Ökotheobürokraten: »Average global surface-air temperature is increasing. Contention exists over relative contributions by natural and anthropogenic forcings.« Auf deutsch: Die Erde wird wärmer, der Mensch ist dran schuld, dessen sind wir alle ganz gewiss.
Nun genau dieses Dogma teilen immer weniger Wissenschaftler, Einheit bestand noch nie in der Frage, und eine Mehrheit gab es wohl nur in den jeweiligen Arbeitsgruppen.
Dass die Erde wärmer wird, mag auf der Oberfläche ja zutreffen. Merkwürdigerweise unterstützen wesentlich präzisere Satellitenmessungen diese Aussage nicht. Mittlerweile geht man davon aus, dass es sich bei den bodennahen Temperaturerhöhungen um ein mikroklimatisches Artefakt handelt, hervorgerufen durch den Prozess der Verstädterung.
Dass die Menschheit an der Temperaturerhöhung schuld sein soll, dass relativieren auch immer mehr Forscher. Und dass Einheit, Konsens bestünde ist auch Wunschdenken.
Zurück zum Spiegel-Artikel: Hier wird suggeriert, man hätte ein dramatisches Artensterben festgestellt. Das stimmt nicht. Dieses WÜRDE höchstens eintreten, wenn a) das Computerprogramm über den Klimawandel zuträfe (Man hat schon festgestellt, dass der Algorithmus des Simulationsprogramms IMMER die Hockeyschläger-Kurve ausgibt) und b) die Zahlen über die Artenzählereien zutreffen würden. Dazu muss man bemerken, dass die Bestimmung von Artenzahlen eine höchst komplizierte und stark fehlerbehaftete Angelegenheit ist. Und wenn also beides stimmt WETTERVORHERSAGE und GLOBALE ARTENZAHLEN, dann WÜRDE VIELLEICHT, REIN HYPOTHETISCH, die Artenvielzahl IM JAHR 2080 "dramatisch" gesunken sein.
Ich möchte hier gar nicht auf die Fehlerrechnung eingehen, die bei jedem Multiplikationsvorgang den Fehler QUADRIERT. Ich möchte nur darauf hinweisen, dass hier Spökenkiekerei als Forschung verkauft wird. Hier hat niemand geforscht, es wurden nur Datensätze manipuliert.
Originalartikel: Human-modified temperatures induce species changes: Joint attribution von Terry L. Root, Dena P MacMynowski, Michael D. Mastrandrea and Stephen H. Schneider.
»Artenvielfalt sinkt dramatisch« wird dort verkündet, Studien hätten es herausbekommen. Doch nach kurzem Überfliegen stellt man fest: Diese Studie ist keine Studie, in der Fakten studiert werden, sondern eine wilde Spekulation vom Niveau der Kometeneinschlagsszenarien der BILD-Zeitung.
Mehr als die Hälfte von 1350 Pflanzenarten sei bis zum Jahr 2080 in ihrem jetzigen Bestand gefährdet, heißt es in der neuesten Ausgabe des US-Fachblatts "Proceedings of the National Academy of Sciences". Demnach werden bei einer Erwärmung der Atmosphäre um 1,8 bis 3,6 Grad viele Arten in den kühleren Norden ausweichen; weite Teile Mitteleuropas könnten dann so aussehen wie heute der Mittelmeerraum.
Der fragliche Artikel beginnt mit dem Glaubensbekenntnis der Ökotheobürokraten: »Average global surface-air temperature is increasing. Contention exists over relative contributions by natural and anthropogenic forcings.« Auf deutsch: Die Erde wird wärmer, der Mensch ist dran schuld, dessen sind wir alle ganz gewiss.
Nun genau dieses Dogma teilen immer weniger Wissenschaftler, Einheit bestand noch nie in der Frage, und eine Mehrheit gab es wohl nur in den jeweiligen Arbeitsgruppen.
Dass die Erde wärmer wird, mag auf der Oberfläche ja zutreffen. Merkwürdigerweise unterstützen wesentlich präzisere Satellitenmessungen diese Aussage nicht. Mittlerweile geht man davon aus, dass es sich bei den bodennahen Temperaturerhöhungen um ein mikroklimatisches Artefakt handelt, hervorgerufen durch den Prozess der Verstädterung.
Dass die Menschheit an der Temperaturerhöhung schuld sein soll, dass relativieren auch immer mehr Forscher. Und dass Einheit, Konsens bestünde ist auch Wunschdenken.
Zurück zum Spiegel-Artikel: Hier wird suggeriert, man hätte ein dramatisches Artensterben festgestellt. Das stimmt nicht. Dieses WÜRDE höchstens eintreten, wenn a) das Computerprogramm über den Klimawandel zuträfe (Man hat schon festgestellt, dass der Algorithmus des Simulationsprogramms IMMER die Hockeyschläger-Kurve ausgibt) und b) die Zahlen über die Artenzählereien zutreffen würden. Dazu muss man bemerken, dass die Bestimmung von Artenzahlen eine höchst komplizierte und stark fehlerbehaftete Angelegenheit ist. Und wenn also beides stimmt WETTERVORHERSAGE und GLOBALE ARTENZAHLEN, dann WÜRDE VIELLEICHT, REIN HYPOTHETISCH, die Artenvielzahl IM JAHR 2080 "dramatisch" gesunken sein.
Ich möchte hier gar nicht auf die Fehlerrechnung eingehen, die bei jedem Multiplikationsvorgang den Fehler QUADRIERT. Ich möchte nur darauf hinweisen, dass hier Spökenkiekerei als Forschung verkauft wird. Hier hat niemand geforscht, es wurden nur Datensätze manipuliert.
Originalartikel: Human-modified temperatures induce species changes: Joint attribution von Terry L. Root, Dena P MacMynowski, Michael D. Mastrandrea and Stephen H. Schneider.
Risikofaktor Seepferdchen
Lewis Jones erklärte schon vor 10 Jahren im Skeptical Inquirer den Unterschied zwischen Kausalität und Korrelation anhand zwei schöner Beispiele:
Dies muss noch einmal wiederholt werden, um sich Gedanken über den Zusammenhang von Cholesterin in der Nahrung und deren möglichen Folgen zu machen. Denn mittlerweile kippt das "Cholesterin und Fette im Essen machen krank"-Dogma und entpuppt sich als der Unsinn, der es schon immer war.
»Man könnte erwarten, dass jeder vernünftig denkende Mensch in der Lage sein sollte, den Unterschied zwischen Korrelation und Kausalität zu verstehen. Andernfalls würde der Besitz eines Führerscheins als »Risikofaktor« für einen tödlichen Autounfall zählen. Und ein Freischwimmer-Zeugnis würde zum »Risikofaktor« für den Tod durch Ertrinken. Nichtsdestotrotz scheint der gesamte Gesundheitsvorsorge-Betrieb sich diesem Verknüpfungsspiel verschrieben zu haben. Und der Glaube daran, scheint vor Widerlegung immun zu sein.«
Dies muss noch einmal wiederholt werden, um sich Gedanken über den Zusammenhang von Cholesterin in der Nahrung und deren möglichen Folgen zu machen. Denn mittlerweile kippt das "Cholesterin und Fette im Essen machen krank"-Dogma und entpuppt sich als der Unsinn, der es schon immer war.
Montag, Mai 23, 2005
Zweistellig
Spiegel-Online berichtet über die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen.
Wohin die ehemaligen Stammwähler der Sozialdemokraten jedoch gewechselt sind, kann auch die Demoskopin nicht genau sagen. "Fest steht nur, dass die SPD bei der Kerngruppe der Arbeiter Stimmverluste in zweistelliger Höhe hinnehmen musste", stellt Andrea Wolf fest.
Ach, maximal 99 Stimmen?
Wohin die ehemaligen Stammwähler der Sozialdemokraten jedoch gewechselt sind, kann auch die Demoskopin nicht genau sagen. "Fest steht nur, dass die SPD bei der Kerngruppe der Arbeiter Stimmverluste in zweistelliger Höhe hinnehmen musste", stellt Andrea Wolf fest.
Ach, maximal 99 Stimmen?
Biophysik
Der öffentlich-rechtliche Sender MDR (mit verfassungsrechtlichem Informationsauftrag) verbreitet in der Sendung "hier ab vier" den folgenden Humbug:
Inzwischen hat sich eine Forschungsrichtung etabliert, die Biophysik heißt. [1] Vertreter dieser neuen Disziplin versuchen mit Hilfe von Geräten Schwingungen des menschlichen Körpers objektiv nachzuweisen. [2]Hiermit sind nicht die elektrischen Herzaktionen (EKG) oder diejenigen des Gehirns (EEG) gemeint. Die Biophysik versucht uns zu erklären, wie bisher nicht zuzuordnende bioelektrische Phänomene funktionieren. [3] Beispiel[4]: Prof. Dr. Popp[4], ein deutscher Biophysiker[5], untersuchte vor einigen Jahren die Abstrahlung von Menschen, die als Heiler von der Schulmedizin anerkannt waren. Er verglich die Energie, die aus ihren Händen strahlte mit derjenigen von ganz normalen Menschen, die keine besonderen Fähigkeiten hatten. Er arbeitete mit einem sogenannten Restlichtverstärker, schirmte alle von außen kommenden Strahlungen von elektrischen Quellen und Elektrosmog ab und bat die Menschen der Reihe nach, ihre Hände in das Gerät zu legen. Er beobachtete erstaunliches: Bei den sogenannten "Heilern" konnten völlig andere Strahlungen an einem angeschlossenen Bildschirm beobachtet werden als bei den "Normalen". Die Impulse in Form von Lichtblitzen waren geordneter und wiesen einen bestimmten Rhythmus auf.
zu [1] Die Biophysik ist keine neue Disziplin. Sie untersucht physikalische Fragestellungen an biologischen Systemen. Sie betreibt Bioinformatik, forscht mithilfe der NMR-Spektroskopie und entwickelt bestenfalls biomedizinische Spektroskopie. Sie wird an Universitäten von Professoren gelehrt, ist in aller Regel Grundlagenforschung.
zu [2] Richtige Forscher "weisen keine Schwingungen nach", sie messen sie einfach! Nichts ist übrigens einfacher als Schwingungen zu messen. Man nennt sie übrigens Frequenzen. In der modernen Tanzmusik nennt man dies auch "Beats per Minute".
zu [3] Ach nee, jetzt ist die Biophysik auf einmal eine Bioelektrik.
zu [4] Mehr als ihn, und seine Doktoranden gibt es auch gar nicht in diesem esoterischen, anthroposophischen, homöopathischen Zweig der »Biophysik«. Apropos: Jemand der Kartoffeln abwiegt, wäre nach der Alternativ-Methode auch Biophysiker!
zu [5] Scharlatan
zu [6] Ich kann den geistigen Schrott und das Lügengespinst nicht mehr ertragen.
Inzwischen hat sich eine Forschungsrichtung etabliert, die Biophysik heißt. [1] Vertreter dieser neuen Disziplin versuchen mit Hilfe von Geräten Schwingungen des menschlichen Körpers objektiv nachzuweisen. [2]Hiermit sind nicht die elektrischen Herzaktionen (EKG) oder diejenigen des Gehirns (EEG) gemeint. Die Biophysik versucht uns zu erklären, wie bisher nicht zuzuordnende bioelektrische Phänomene funktionieren. [3] Beispiel[4]: Prof. Dr. Popp[4], ein deutscher Biophysiker[5], untersuchte vor einigen Jahren die Abstrahlung von Menschen, die als Heiler von der Schulmedizin anerkannt waren. Er verglich die Energie, die aus ihren Händen strahlte mit derjenigen von ganz normalen Menschen, die keine besonderen Fähigkeiten hatten. Er arbeitete mit einem sogenannten Restlichtverstärker, schirmte alle von außen kommenden Strahlungen von elektrischen Quellen und Elektrosmog ab und bat die Menschen der Reihe nach, ihre Hände in das Gerät zu legen. Er beobachtete erstaunliches: Bei den sogenannten "Heilern" konnten völlig andere Strahlungen an einem angeschlossenen Bildschirm beobachtet werden als bei den "Normalen". Die Impulse in Form von Lichtblitzen waren geordneter und wiesen einen bestimmten Rhythmus auf.
zu [1] Die Biophysik ist keine neue Disziplin. Sie untersucht physikalische Fragestellungen an biologischen Systemen. Sie betreibt Bioinformatik, forscht mithilfe der NMR-Spektroskopie und entwickelt bestenfalls biomedizinische Spektroskopie. Sie wird an Universitäten von Professoren gelehrt, ist in aller Regel Grundlagenforschung.
zu [2] Richtige Forscher "weisen keine Schwingungen nach", sie messen sie einfach! Nichts ist übrigens einfacher als Schwingungen zu messen. Man nennt sie übrigens Frequenzen. In der modernen Tanzmusik nennt man dies auch "Beats per Minute".
zu [3] Ach nee, jetzt ist die Biophysik auf einmal eine Bioelektrik.
zu [4] Mehr als ihn, und seine Doktoranden gibt es auch gar nicht in diesem esoterischen, anthroposophischen, homöopathischen Zweig der »Biophysik«. Apropos: Jemand der Kartoffeln abwiegt, wäre nach der Alternativ-Methode auch Biophysiker!
zu [5] Scharlatan
zu [6] Ich kann den geistigen Schrott und das Lügengespinst nicht mehr ertragen.
Elektrosmog I
Etwas älter ist der Bericht über Elektrosmog in der alten Tante ZEIT.
Die Frage lautet ja: Gibt es Elektrosmog? Ein Elektro-Fachhändler argumentierte: Ja, denn es gibt Richtwerte! Und kramte sogleich ein Sortiment von abgeschirmten Kabeln hervor. Und Messgeräte.
Und für das Bundesamt für Strahlenschutz gilt: Es wird geforscht, solange es Geld gibt! Hier finanzieren die bösen bösen Strahlenkonzerne ihre eigenen Mahner und Warner. (Ein System wie fürs DCTP-»kultur«-TV!) Krank, Herr Trittin.
„Wir sollten das Problem zwar nicht verharmlosen, aber eben auch ganz nüchtern darstellen“, sagt der Umwelt- und Arbeitsmediziner Nowak. Geld für Forschungen gibt es genug: Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) leitet das „Deutsche Mobilfunk Forschungsprogramm“ mit einem Topf von 17 Millionen Euro, die Umweltminister Trittin von den Mobilfunkbetreibern eingesammelt hat. Bis 2006 sollen Forschungseinrichtungen Antworten auf ängstliche Fragen aus der Bevölkerung finden: Löst Mobilfunktechnik Brustkrebs oder Multiple Sklerose aus, schädigen die Strahlen die Blut-Hirn-Schranke? „Bislang liegen keine belastbaren wissenschaftlichen Antworten vor, die auf gesundheitsschädliche Wirkungen solcher hochfrequenten elektromagnetischen Felder unterhalb der Grenzwerte hindeuten“, zieht BfS-Präsident Wolfram König eine Zwischenbilanz. Viele Befunde wiesen darauf hin, dass solche Zusammenhänge nicht bestünden.
Die Frage lautet ja: Gibt es Elektrosmog? Ein Elektro-Fachhändler argumentierte: Ja, denn es gibt Richtwerte! Und kramte sogleich ein Sortiment von abgeschirmten Kabeln hervor. Und Messgeräte.
Und für das Bundesamt für Strahlenschutz gilt: Es wird geforscht, solange es Geld gibt! Hier finanzieren die bösen bösen Strahlenkonzerne ihre eigenen Mahner und Warner. (Ein System wie fürs DCTP-»kultur«-TV!) Krank, Herr Trittin.
Mittwoch, Mai 04, 2005
Globuli-Fans: Antje, Doris, Ulla
Noch ein Grund zur Allergie:
»Die [Gesellschaft für die Wissenschaftliche Untersuchung des Paranormalen] GWUP kritisiert vor allem die gedankenlose und willfährige Unterstützung dieser pseudowissenschaftlichen Theorie [der Homöopathie] durch Prominente. Bundestagsvizepräsidentin Antje Vollmer ›hat gerne die Schirmherrschaft übernommen‹ zum Hahnemann-Geburtstags-Kongress vom 1. - 3. April in Leipzig, Kanzlergattin Doris Schröder-Köpf übernimmt diese Funktion bei dem Berliner Kongress. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt schickte ein Grußwort, in dem sie von den ›globalen Erfolgen‹ der Homöopathie spricht.«Where shall we three meet again?
