Samstag, September 02, 2006
Schlimmer als Biomilch
Hallihallo. Es tut sich mal wieder was. Zuerst: R.I.P. Euroneuzeit! Ein letzter Link. Einer geht, der nächste kommt. Spirit of Entebbe: Oft gelesen, nie verlinkt. Bis jetzt. Weiterhin folgen wir den Befehlen von David “Senor Daffy” Harnasch: Die Stimme einer Perserin im Exil mit authentischen Berichten aus den islamofaschistischen Folterknästen. Monica Zandi: I exist, it’s sweet.
Für Bücherwürmer wie den Humbugtheoretiker ist Google Books ein Wurmloch in einen anderen Quadranten des Internets. Irgendwie scheint der Back-Button deaktiviert zu sein. - Apropos Bücher: PI empfiehlt den „Angsttrompeter“ von Heinz Hug. Das im Signum-Verlag erschienene Werk trägt den Untertitel: „Dioxin im Frühstücksei, Pestizide überall und trotzdem leben wir immer länger. Die Wahrheit über die Gefahren aus der Umwelt.“ Das hört sich nach einer spannenden Urlaubslektüre an.
Erwähnt sei auch, dass die Guten-Achse in Person von Tobias Kaufmann die Tschernobyl-Apocalypse im Auge behielt. Unmittelbar nach dem Reaktorunglück wurde ein Anstieg der Krebsrate in (damals noch West-)Europa um 0,01 Prozent befürchtet. Jetzt hat man in den Krebsregistern nachgesehen und nichts gefunden. „Indeed, results of analyses of time trends in cancer incidence and mortality in Europe do not, at present, indicate any increase in cancer rates - other than of thyroid cancer in the most contaminated regions - that can be clearly attributed to radiation from the Chernobyl accident.“ (Cardis et al.: Estimates of the cancer burden in Europe from radioactive fallout from the Chernobyl accident. Published Online: 20 Apr 2006, DOI: 10.1002/ijc.22037 www3.interscience.wiley.com/cgi-bin/abstract/112595693/ABSTRACT
Zum Kotzen. Ich will das nicht, das sind auch meine Steuern! Wie man Blogger EU-Referendum entnehmen kann, überweisen „wir“ den irren Judenkillern seit dem 1. September wieder Geld zum Weitermachen. Darauf ein Benito-Mussolini-Ferrero-Küsschen. 135 Millionen US-Dollar. Hoffen so die Pariser Haute Coutouriers, an ihre Außenstände aus der Familie Arafat zu gelangen? Wurde dieser Deal in der Umkleide von Dolce & Gabana eingefädelt?
Link an Nebeldeutsch, der den Humbug der Sprachverdrehung nicht erträgt. Respekt, Alter.
Und was wollte ich eigentlich sagen? Achja! Biomilch. Hierbei insbesondere die „unbehandelte, naturbelassene“ Rohmilch. Weil sie mit > 3,8 Prozent Fett fetter ist als eine Vollmilch mit 3,5 Prozent enthält sie natürlich mehr Fette. Trivial?
Nicht für „Schrot und Korn“. Die Rohmilch wird hier über den grünen Klee gelobt, geschickt wird sie jungen Müttern ans Herz gelegt, und leider wird in diesem Artikel eine kleine, aber umso wichtigere Warnung vergessen, wenn nicht gar unterschlagen: Rohmilch, die sich länger als 16 Stunden außerhalb des Kuheuters befindet, ist für Kleinkinder gegebenenfalls tödlich. Neben den Durchfall-Bakterien vom Schlage einer Escherichia coli sorgt gerade das Rohmilch-Bakterium Listeria monocytogenes für die Toten. „Konventionelle“ Milchbauern wissen das, und geben deshalb ihren Kindern keine Rohmilch, sondern nur gut durchpasteurisierte. (Über die Brucellose habe ich mich schon hier ausgelassen.) Ich zitiere hier mal ausnahmsweise aus der Wikipedia:
„Listeriose ist eine meldepflichtige Krankheit. Eine Infektion verläuft bei gesunden Menschen meist harmlos oder wird sogar kaum bemerkt. Werden besonders viele Erreger aufgenommen, kann es zu Fieber und Durchfällen kommen. Kleinkinder oder Menschen mit geschwächter Immunabwehr, wie frisch Operierte, Aids- oder Krebspatienten und Diabetiker können schwer erkranken. Der Ausbruch der Erkrankung kann bis zu 8 Wochen nach Aufnahme der Bakterien erfolgen. Listerien können Blutvergiftungen oder Hirnhautentzündungen auslösen, die mit Antibiotika behandelt werden können, aber dennoch in 30% der Fälle zum Tode führen. Besonders bei Schwangeren ist eine Listeriose sehr gefährlich, da eine Infektion fatale Folgen für das ungeborene Kind haben kann. Es kann zu Frühgeburt, schweren Schädigungen des Neugeborenen oder sogar zum Absterben des Fötus kommen. Die Schwangere hingegen bemerkt die Infektion oft nicht einmal.“ Wikipedia: Listerien.
Doch „Schrot & Korn“ verbreitet dies:
„Wichtig für stillende Mütter: Wenn sie Bio-Milch-Produkte essen, findet sich das Plus an CLA auch in der Muttermilch. Der Grund für die Konzentration gesundheitsfördernder Substanzen in Bio-Milch ist das Futter für die Kühe: Viel frisches Grün, reichlich Klee und weniger vom ansonsten üblichen Futtermais. Frisch oder haltbar Schon mal richtig frische Milch getrunken? Eben gemolken, noch kuhwarm? Früher konnte man sie so beim Bauern kaufen. Doch die gestiegenen Hygieneanforderungen haben die so genannte Rohmilch fast vollkommen vom Markt verdrängt. Zu Unrecht, denn frisch gemolkene Milch enthält zahlreiche Enzyme und Abwehrstoffe, die für etwa zwölf Stunden schädliche Mikroorganismen in Schach halten.“
Diese PR-Leute dürfen sich gerne zum TAG-Team (engl.: MOD Squad) aus „Thank You for Smoking“ gesellen.
Nachtrag: SteffenH beschrieb bereits auf seinem Blog „Mit dem Kopf voran“ knapp und prägnant die Hochpreispolitik der Biomilchbauern. Doch dieses Biotop, die ökonomische Nische aus faulen Landwirten und reichen Besserwissern lässt sich nicht unter realen Marktbedingungen erhalten. Der allseits bekannte Shopblogger beschrieb eindringlich, wie er auf Betteltour gehen musste, damit er die Biomilch überhaupt verkaufen darf. (Zwergenaufstand im Bioland).
Comments:
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ja, mit der Listeriose ist nicht zu spaßen, aber wie alles im Leben, es gibt nix ohne Risiko, ein normalsterblicher sollte sich den Gourmetspaß nicht verderben lassen!
www.kaeseplatte.com/kase-und-gesundheit/mit-listerien-hoch-belasteter-italienischer-frischkase
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