Freitag, März 31, 2006
Geheimnisvolles Neosino II
Die NDR-Journalisten Christian Baars und Dietmar Schiffmüller machten sich auf die Suche der geheimnisvollen Nano-Mühle für das geheimnisvolle Neosino, das bei Bayern München für geringere Muskelverletzungen, bei sonstigen Käufern des Nahrungsergänzungsmittel gegen Hämorrhoiden wirke, und sie fanden nichts: Weder in einem Industriegebiet auf Malta, noch in Lage bei Bielefeld im Labor des Erfinders Gerd Thöne. Sie folgern: Neosino: Das Nano-Wunder bleibt geheim. (tagesschau.de)
Mittlerweile ist auch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit auf Neosino aufmerksam geworden und befand, dass das Produkt überhaupt nicht in den Handel gebracht werden dürfe. Zuständig seien aber die in den Bundesländern ansässigen Organe der Lebensmittelüberwachung. Für das Silizium (mit z) sei eine Sondergenehmigung fällig, die bislang noch nicht beim Bundesamt beantragt worden sei, berichtete das ZDF. Quelle: heute.de »neosino-Produkt fehlt Genehmigung«
Und sollte eine Genehmigung erteilt werden: Wie wirkt es, wenn es wirkt?
Nachtrag
Bereits am 30. März veröffentlichten NDR Info und Panorama eine Pressemitteilung zum Neosino-Skandal. Neosino-Produkte wurden Hamburger Forschern vorgelegt. »Das Urteil der Forscher [vom Centrum für angewandte Nanotechnologie (CAN) der Universität Hamburg] ist eindeutig: Die in Apotheken erhältlichen Neosino-Produkte bestehen nicht aus den auf der Packung angegebenen einzelnen Nanopartikeln, die auf eine Größe von 3 bis 10 Nanometer zerkleinert wurden.« Quelle: pressrelations.de
Nachtrag II
Die Google-Mehrheitsentscheidungsrechtschreibhilfe machte auf einen Schreibfehler aufmerksam, der korrigiert wurde. Die »leicht blutenden Venenknoten des Mastdarms«, von Medizinern Hämorrhoiden genannt und mit »rho« geschrieben, kamen auch unter das Messer der neuen, deutschen Rechtschreibung. Der Mediziner schreibt weiter wie bisher, den Idioten innerhalb unseres Bildungssystems darf »Hämorride« ohne »ho« nicht als Fehler angestrichen werden.
Mittlerweile ist auch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit auf Neosino aufmerksam geworden und befand, dass das Produkt überhaupt nicht in den Handel gebracht werden dürfe. Zuständig seien aber die in den Bundesländern ansässigen Organe der Lebensmittelüberwachung. Für das Silizium (mit z) sei eine Sondergenehmigung fällig, die bislang noch nicht beim Bundesamt beantragt worden sei, berichtete das ZDF. Quelle: heute.de »neosino-Produkt fehlt Genehmigung«
Und sollte eine Genehmigung erteilt werden: Wie wirkt es, wenn es wirkt?
Nachtrag
Bereits am 30. März veröffentlichten NDR Info und Panorama eine Pressemitteilung zum Neosino-Skandal. Neosino-Produkte wurden Hamburger Forschern vorgelegt. »Das Urteil der Forscher [vom Centrum für angewandte Nanotechnologie (CAN) der Universität Hamburg] ist eindeutig: Die in Apotheken erhältlichen Neosino-Produkte bestehen nicht aus den auf der Packung angegebenen einzelnen Nanopartikeln, die auf eine Größe von 3 bis 10 Nanometer zerkleinert wurden.« Quelle: pressrelations.de
Nachtrag II
Die Google-Mehrheitsentscheidungsrechtschreibhilfe machte auf einen Schreibfehler aufmerksam, der korrigiert wurde. Die »leicht blutenden Venenknoten des Mastdarms«, von Medizinern Hämorrhoiden genannt und mit »rho« geschrieben, kamen auch unter das Messer der neuen, deutschen Rechtschreibung. Der Mediziner schreibt weiter wie bisher, den Idioten innerhalb unseres Bildungssystems darf »Hämorride« ohne »ho« nicht als Fehler angestrichen werden.
Donnerstag, März 30, 2006
Neosino - Die Klagen der Heiler
Im Pressegespräch gelang es der Neosino Nanotechnologie AG nicht, die Zweifel bei allen notorisch skeptischen Journalisten auszuräumen. So titelt der ARD-Autor Thomas Godt mit »Neosino rehabilitiert?« Die Betonung liegt auf dem Fragezeichen!
Er rätselt: »Wo ist das Silicium hin?
Um die Vorwürfe von Panorama zu entkräften, hatte Neosino fünf Produkte untersuchen lassen. Darunter war auch eine Probe von Nanosiliceokapseln. Im Untersuchungsbericht heißt es auf Seite fünf in der Beschreibung einer Abbildung, "Ultrafeine Aggregate aus Partikeln <100nm, die kein SI erkennen lassen." SI steht dabei für Silicium und auch der Professor ist im Gespräch eher erstaunt, dass in dieser Probe kein Silicium zu finden war: "Eigentlich sollte man schon was finden."
In den anderen Proben war Silicium allerdings zu finden. Auffällig ist auch, dass Nanopartikel, die deutlich kleiner als 10 nm sind, offenbar nicht zu identifizieren sind. Doch genau darum geht es. Die Existenz dieser Partikel ist auch nach der Vorlage der Gutachten nicht zweifelsfrei nachgewiesen worden. Nanopartikel ja, keine Frage, ob aber kleiner als 10nm, darüber kann man spekulieren. Doch diese Details gingen in der Konferenz etwas unter.« Quelle: boerse.ard.de
Wenn Argumente nicht reichen, dann ist Verlass auf das bewährte Hamburger Landgericht, das schon die DHU anrief: Einstweilige Verfügung! Was soll nicht mehr gesagt werden dürfen?
» 1. "'Die untersuchten Proben, es waren fünf verschiedene, sind aus mikrometer-großen Objekten, also tausendmal so großen Objekten zusammengesetzt. Wir haben auch nicht in einem Fall, wirklich einem, praktisch eine Gruppe von Teilchen gefunden, die so groß ist, wie auf der Packung angegeben [3 bis 10 Nanometer]. Das ist nicht enthalten.'" (Panorama v. 9. 03.06);
2. "Panorama vorliegende Studien offenbaren jedoch: Die Nanoteilchen in der versprochenen Größe [3 bis 10 Nanometer] finden sich in keinem der getesteten Mittel" (www.ndrtv.de);
3. "...offenbar Schwindel mit Nanoteilchen" (www.ndrtv.de, Presseerklärung);
4. "Die an der Börse notierte Firma Neosino AG vertreibt Nahrungsergänzungsmittel mit falschen Angaben. Das haben Recherchen des NDR Nachrichtenmagazins 'Panorama' und des NDR Hörfunksenders NDR Info ergeben..." (www.ndrtv.de, Presseerklärung).« Quelle: Neosino Nanotechnologies AG
Über die Verflechtungen des FC Bayern München mit Neosino berichtete Jörn Sucher am 10. März auf Spiegel online: »Der Club ist Lizenzpartner von Neosino und verkauft die Produkte in seinem Online-Shop. In der Produktkategorie "Bett & Bad" werden fünf Trinkampullen für 13,95 Euro angeboten. 30 Kapseln kosten dagegen 24,95 Euro, ebenso viel das Neosino-Spray.
Roy Makaay hat zudem einen Werbevertrag mit Neosino. In einem Reklamefilm preist der Niederländer die Wirkung des Mittels. Und Vereinsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt hat einen Beratervertrag mit der Firma. Nebenbei trommelt der Bayern-Doc in der Presse für das Wunderpulver. So präsentiert Neosino auf seiner Internetseite einen Artikel aus der "Abendzeitung" vom August 2005. In dem darf Müller-Wohlfahrt erklären, dass die Kicker viel seltener an Muskelverletzungen leiden, seit sie Silicium nehmen. Zuvor wird erwähnt, dass der Arzt Neosino-Produkte nutzt.« Quelle: SPON - Placebo-Affäre bei Bayern München
Über den Fortgang des Nahrungsmittelergänzungsskandal hält N-TV fest: »Der NDR kündigte an, Widerspruch gegen die Einstweilige Verfügung einzulegen. "Panorama" halte an den Ergebnissen seiner Recherchen fest. ... Die Staatsanwaltschaft Darmstadt ermittelt gegen Neosino nach eigenen Angaben wegen des Verdachts des Kapitalanlage- und Prospektbetruges.« Quelle: n-tv.de Die Humbugtheorie bleibt auch dran. (Dank an Selene für den Linktipp.)
Er rätselt: »Wo ist das Silicium hin?
Um die Vorwürfe von Panorama zu entkräften, hatte Neosino fünf Produkte untersuchen lassen. Darunter war auch eine Probe von Nanosiliceokapseln. Im Untersuchungsbericht heißt es auf Seite fünf in der Beschreibung einer Abbildung, "Ultrafeine Aggregate aus Partikeln <100nm, die kein SI erkennen lassen." SI steht dabei für Silicium und auch der Professor ist im Gespräch eher erstaunt, dass in dieser Probe kein Silicium zu finden war: "Eigentlich sollte man schon was finden."
In den anderen Proben war Silicium allerdings zu finden. Auffällig ist auch, dass Nanopartikel, die deutlich kleiner als 10 nm sind, offenbar nicht zu identifizieren sind. Doch genau darum geht es. Die Existenz dieser Partikel ist auch nach der Vorlage der Gutachten nicht zweifelsfrei nachgewiesen worden. Nanopartikel ja, keine Frage, ob aber kleiner als 10nm, darüber kann man spekulieren. Doch diese Details gingen in der Konferenz etwas unter.« Quelle: boerse.ard.de
Wenn Argumente nicht reichen, dann ist Verlass auf das bewährte Hamburger Landgericht, das schon die DHU anrief: Einstweilige Verfügung! Was soll nicht mehr gesagt werden dürfen?
» 1. "'Die untersuchten Proben, es waren fünf verschiedene, sind aus mikrometer-großen Objekten, also tausendmal so großen Objekten zusammengesetzt. Wir haben auch nicht in einem Fall, wirklich einem, praktisch eine Gruppe von Teilchen gefunden, die so groß ist, wie auf der Packung angegeben [3 bis 10 Nanometer]. Das ist nicht enthalten.'" (Panorama v. 9. 03.06);
2. "Panorama vorliegende Studien offenbaren jedoch: Die Nanoteilchen in der versprochenen Größe [3 bis 10 Nanometer] finden sich in keinem der getesteten Mittel" (www.ndrtv.de);
3. "...offenbar Schwindel mit Nanoteilchen" (www.ndrtv.de, Presseerklärung);
4. "Die an der Börse notierte Firma Neosino AG vertreibt Nahrungsergänzungsmittel mit falschen Angaben. Das haben Recherchen des NDR Nachrichtenmagazins 'Panorama' und des NDR Hörfunksenders NDR Info ergeben..." (www.ndrtv.de, Presseerklärung).« Quelle: Neosino Nanotechnologies AG
Über die Verflechtungen des FC Bayern München mit Neosino berichtete Jörn Sucher am 10. März auf Spiegel online: »Der Club ist Lizenzpartner von Neosino und verkauft die Produkte in seinem Online-Shop. In der Produktkategorie "Bett & Bad" werden fünf Trinkampullen für 13,95 Euro angeboten. 30 Kapseln kosten dagegen 24,95 Euro, ebenso viel das Neosino-Spray.
Roy Makaay hat zudem einen Werbevertrag mit Neosino. In einem Reklamefilm preist der Niederländer die Wirkung des Mittels. Und Vereinsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt hat einen Beratervertrag mit der Firma. Nebenbei trommelt der Bayern-Doc in der Presse für das Wunderpulver. So präsentiert Neosino auf seiner Internetseite einen Artikel aus der "Abendzeitung" vom August 2005. In dem darf Müller-Wohlfahrt erklären, dass die Kicker viel seltener an Muskelverletzungen leiden, seit sie Silicium nehmen. Zuvor wird erwähnt, dass der Arzt Neosino-Produkte nutzt.« Quelle: SPON - Placebo-Affäre bei Bayern München
Über den Fortgang des Nahrungsmittelergänzungsskandal hält N-TV fest: »Der NDR kündigte an, Widerspruch gegen die Einstweilige Verfügung einzulegen. "Panorama" halte an den Ergebnissen seiner Recherchen fest. ... Die Staatsanwaltschaft Darmstadt ermittelt gegen Neosino nach eigenen Angaben wegen des Verdachts des Kapitalanlage- und Prospektbetruges.« Quelle: n-tv.de Die Humbugtheorie bleibt auch dran. (Dank an Selene für den Linktipp.)
Mittwoch, März 29, 2006
Frisst »Panorama« Kreide?
Der Beiträger Micha vom Wahrsagercheck hatte in einem Kommentar auf die Firma Neosino, besser auf den »Neosino-Skandal bei Bayern München« (NDR) aufmerksam gemacht, hier warb der Hersteller mit Nano-Partikeln mit einem Durchmesser von 3 bis 10 Namometern. Der sich oft im Fernsehen freuende Vereinsarzt Dr. Müller-Wohlfahrt lobte öffentlich das Produkt: es aktiviere den Stoffwechsel, bekämpfe Osteoporose, wirke entzündungshemmend und helfe auch noch gegen Hämorrhiden. Damit erfüllt das Neosino-Produkt fast alle Wünsche des deutschen Rentners.
Dann hatte ein Max-Planck-Institut das Präparat analysiert und fand nach Panorama-Aussage keine solchen Nano-Partikel von 3 bis 10 Nanometer. (Zehn Nanometer enspricht etwa der Länge von 40 Metallatomen, das ist sehr sehr klein. Mit einem Lichtmikroskop kann man höchstens Dinge sehen die 500 Nanometer groß sind. Siehe Wiki: Kilometer)
Der Beitrag dieser Enthüllungsstory führte zu angeblichen Kurseinbrüchen von bis zu 40 Prozent, am darauffolgenden Tag reagierte der "Offizielle Lieferant des FC Bayern München" mit einer ungehaltenen Stellungnahme, die er fälschlicherweise als "Gegendarstellung" bezeichnete. Die Vorwürfe (Welche genau?) wären falsch, eine Kampagne laufe gegen die AG, eine Börsenmanipulation wäre möglich und man drohte den Journalisten: »Die neosino nanotechnologies AG wird gegen die Sendung „Panorama“ sowie die drei Redakteure Christoph Mestmacher, Christian Baars und Dietmar Schiffermüller wegen einseitiger Berichterstattung, Verletzung der journalistischen Sorgfaltspflicht und Zurückhaltung von Beweismaterial rechtlich vorgehen.« Quelle: Neosino.com
Insbesondere der abstruse Punkt "Zurückhaltung von Beweismaterial", als wäre ein TV-Bericht ein Gerichtsverfahren, zeugt von merkwürdigen Vorstellungen hinsichtlicht der Pressefreiheit.
Jetzt, am 28.3.2006 behaupten die Nano-Experten auf ihrer Website, sie hätten die Panorama-Unterstellungen widerlegt. Ein Gießener Institut habe Nano-Partikel nachweisen können. Aber: hier werden Nano-Partikel als Materialien definiert, die zwischen 1 und 100 Nanometer groß wären. - Das widerspricht in keinster Weise der Panorama-Behauptung, man hätte keine Stoffe von 3-10 nm gefunden. (Analogie: Ein Sportwagenhersteller behauptet sein Rennwagen erreiche ein Höchstgeschwindigkeit von 350 km/h, Panorama sagt, stimmt nicht! Der unabhängige R-ADAC untersucht das Fahrzeug und behauptet: Rennwagen fahren über 250 km/h, das untersuchte Objekt ist ein Rennwagen. FALLACY: Bending the question.)
Reichlich unwissenschaftlich wirkt hingegen die Selbstdarstellung »Silicium und Nanotechnologie eine sensationelle Symbiose«. Teures Silizium mit z ist definitiv das reine Element Si, das elementar bronzefarben, metallisch aussieht. Silikat oder Quarz heißt das Zeug, das massenhaft am Strand herumliegt und als größeres Berg-Kristall Esoterikerherzen in Schwingungen versetzt. Und dann ist da schließlich noch die billige Kreide, homöopathisch preislich potenziert als Silicea, Kieselsäure. Was steckt in neosino? »Das Aufbereitungsverfahren der neosino nanotechnologies AG zerkleinert Silicium in Nanopartikel. Aus fester Kieselsäure wird kolloidales Silicium – das Nanosilicium.«
Gänzlich dubios wird es, wenn die Neosino Nanotechnologies AG in derselben Presseinfo zu ihren geistigen Höhenflügen ansetzt: »Das Verfahren der Nanotechnologie [existiert] als geistige Materie vielleicht auch schon [seit Urzeiten auf der Erde], nur fehlte wohl über Jahrhunderte ein Unternehmen, um dieses Verfahren schöpferisch umzusetzen.«
Geistige Materie? Humbug!
Aber bedeutsam bleibt die philosophische Frage des Wahrsagercheckers Micha: Ja wirkt das Zeug denn überhaupt? Oder wird hier nicht ein neuer Denkfehler installiert, der schon Aristoteles zu dumm war. Das Argumentum ad Prominentum. Wenn Promi MW sagt, es wirkt, dann stimmt das. Oder wie man in Bayern sagt: Passt schon!
Interessant: das Öko-Test-Forum über Neosino
Dann hatte ein Max-Planck-Institut das Präparat analysiert und fand nach Panorama-Aussage keine solchen Nano-Partikel von 3 bis 10 Nanometer. (Zehn Nanometer enspricht etwa der Länge von 40 Metallatomen, das ist sehr sehr klein. Mit einem Lichtmikroskop kann man höchstens Dinge sehen die 500 Nanometer groß sind. Siehe Wiki: Kilometer)
Der Beitrag dieser Enthüllungsstory führte zu angeblichen Kurseinbrüchen von bis zu 40 Prozent, am darauffolgenden Tag reagierte der "Offizielle Lieferant des FC Bayern München" mit einer ungehaltenen Stellungnahme, die er fälschlicherweise als "Gegendarstellung" bezeichnete. Die Vorwürfe (Welche genau?) wären falsch, eine Kampagne laufe gegen die AG, eine Börsenmanipulation wäre möglich und man drohte den Journalisten: »Die neosino nanotechnologies AG wird gegen die Sendung „Panorama“ sowie die drei Redakteure Christoph Mestmacher, Christian Baars und Dietmar Schiffermüller wegen einseitiger Berichterstattung, Verletzung der journalistischen Sorgfaltspflicht und Zurückhaltung von Beweismaterial rechtlich vorgehen.« Quelle: Neosino.com
Insbesondere der abstruse Punkt "Zurückhaltung von Beweismaterial", als wäre ein TV-Bericht ein Gerichtsverfahren, zeugt von merkwürdigen Vorstellungen hinsichtlicht der Pressefreiheit.
Jetzt, am 28.3.2006 behaupten die Nano-Experten auf ihrer Website, sie hätten die Panorama-Unterstellungen widerlegt. Ein Gießener Institut habe Nano-Partikel nachweisen können. Aber: hier werden Nano-Partikel als Materialien definiert, die zwischen 1 und 100 Nanometer groß wären. - Das widerspricht in keinster Weise der Panorama-Behauptung, man hätte keine Stoffe von 3-10 nm gefunden. (Analogie: Ein Sportwagenhersteller behauptet sein Rennwagen erreiche ein Höchstgeschwindigkeit von 350 km/h, Panorama sagt, stimmt nicht! Der unabhängige R-ADAC untersucht das Fahrzeug und behauptet: Rennwagen fahren über 250 km/h, das untersuchte Objekt ist ein Rennwagen. FALLACY: Bending the question.)
Reichlich unwissenschaftlich wirkt hingegen die Selbstdarstellung »Silicium und Nanotechnologie eine sensationelle Symbiose«. Teures Silizium mit z ist definitiv das reine Element Si, das elementar bronzefarben, metallisch aussieht. Silikat oder Quarz heißt das Zeug, das massenhaft am Strand herumliegt und als größeres Berg-Kristall Esoterikerherzen in Schwingungen versetzt. Und dann ist da schließlich noch die billige Kreide, homöopathisch preislich potenziert als Silicea, Kieselsäure. Was steckt in neosino? »Das Aufbereitungsverfahren der neosino nanotechnologies AG zerkleinert Silicium in Nanopartikel. Aus fester Kieselsäure wird kolloidales Silicium – das Nanosilicium.«
Gänzlich dubios wird es, wenn die Neosino Nanotechnologies AG in derselben Presseinfo zu ihren geistigen Höhenflügen ansetzt: »Das Verfahren der Nanotechnologie [existiert] als geistige Materie vielleicht auch schon [seit Urzeiten auf der Erde], nur fehlte wohl über Jahrhunderte ein Unternehmen, um dieses Verfahren schöpferisch umzusetzen.«
Geistige Materie? Humbug!
Aber bedeutsam bleibt die philosophische Frage des Wahrsagercheckers Micha: Ja wirkt das Zeug denn überhaupt? Oder wird hier nicht ein neuer Denkfehler installiert, der schon Aristoteles zu dumm war. Das Argumentum ad Prominentum. Wenn Promi MW sagt, es wirkt, dann stimmt das. Oder wie man in Bayern sagt: Passt schon!
Interessant: das Öko-Test-Forum über Neosino
Dienstag, März 28, 2006
Schonungslos, schockierend! Ein Ex-Waldorfschüler klagt an!
Seit Juni 2005 im Netz, doch jetzt erst entdeckt: Lars, der zornige, junge Waldorf-Absolvent liest seiner Ludwigsburger Penne die Leviten:
»Geschichte war zum Davonlaufen: man erzählt von Atlantis, von germanischen Götter- und Heldensagen. Allerdings wird dies nicht als Märchen bzw. Sage vermittelt, sondern als ex-existente Realität.«
»Wir hatten alles: eine prügelnde Musiklehrerin, einen genialen aber alkoholkranken Dirigenten, eine unfähige Deutschlehrerin, die nichts konnte außer Erörterungen schreiben zu lassen, einen unfairen Geschichtslehrer, der seine Symphatien für Islamisten und seinen antiamerikanischen Vernichtungswahn nur schwer hinter dem Berg halten konnte... «
Leider verfällt der Renegat Lars im weiteren Verlauf seiner Enthüllungen in das typische, weitschweifige wabernde Gelaber. Bitte, bitte, lieber Lars, erzähle knallharte Fakten und nicht soviel Gefühltes! Und löse dich von dem Jargon! »Epochen« sind Zeitabschnitte, die über Jahrhunderte hinausgehen. Wenn eine »Epoche« im Waldorfsalat vier bis sechs Wochen sind, warum schreibt man dann nicht vier bis sechs Wochen oder ein bis anderthalb Monate? Keine unnützen Entitäten! Ockham lässt grüßen!
Oder übt man auf der Waldorfschule schon das berufsmäßige Querulantentum, nebst anschließendem Filibustern vor kompetenzlosen Ausschüssen? Trotzdem: Lars lupft den Deckel für einen Blick in die okkulte Welt der Steineristen. Lesenswert.
»Geschichte war zum Davonlaufen: man erzählt von Atlantis, von germanischen Götter- und Heldensagen. Allerdings wird dies nicht als Märchen bzw. Sage vermittelt, sondern als ex-existente Realität.«
»Wir hatten alles: eine prügelnde Musiklehrerin, einen genialen aber alkoholkranken Dirigenten, eine unfähige Deutschlehrerin, die nichts konnte außer Erörterungen schreiben zu lassen, einen unfairen Geschichtslehrer, der seine Symphatien für Islamisten und seinen antiamerikanischen Vernichtungswahn nur schwer hinter dem Berg halten konnte... «
Leider verfällt der Renegat Lars im weiteren Verlauf seiner Enthüllungen in das typische, weitschweifige wabernde Gelaber. Bitte, bitte, lieber Lars, erzähle knallharte Fakten und nicht soviel Gefühltes! Und löse dich von dem Jargon! »Epochen« sind Zeitabschnitte, die über Jahrhunderte hinausgehen. Wenn eine »Epoche« im Waldorfsalat vier bis sechs Wochen sind, warum schreibt man dann nicht vier bis sechs Wochen oder ein bis anderthalb Monate? Keine unnützen Entitäten! Ockham lässt grüßen!
Oder übt man auf der Waldorfschule schon das berufsmäßige Querulantentum, nebst anschließendem Filibustern vor kompetenzlosen Ausschüssen? Trotzdem: Lars lupft den Deckel für einen Blick in die okkulte Welt der Steineristen. Lesenswert.
Hellseher bei der GWUP?
Als könnte die GWUP die Zeichen der Zeit erkennen: Tierscharlatane sind ein großes Thema, mit Tieren lassen sich völlig neue Kundenkreise für die Liga der verblendeten Kurpfuscher erschließen. Die deutsche Prolette lässt halt nichts unter ihr Hartz-IV-subventioniertes Pony kommen. Das nivellierte Hufbeschlagsgesetz untersagt unqualifizierten »Tierheilpraktikern« ab dem 1.1.2007 die Hufbearbeitung, Huforthopädie und sonstige Hufbearbeitung. (Schröders letztes Gesetz!) Der Autor Colin Goldner, der sich bislang kritisch mit den europäischen Adepten des tibetanischen Buddhismus, der Psychoszene oder dem Familienaufsteller Hellinger beschäftigt hat, veröffentlichte ein weiteres Buch: »Vorsicht Tierheilpraktiker. „Alternativveterinäre“ Diagnose- und Behandlungsverfahren.« Aschaffenburg: Alibri Verlag.
GWUP: Alternative Tierheilkunde hat Hochkonjunktur. Teil 1, Teil 2.
GWUP: Alternative Tierheilkunde hat Hochkonjunktur. Teil 1, Teil 2.
Montag, März 27, 2006
Gefangen im Giftschrank
Wie auch die FDOG-Blogger möchte ich auf die höchst amüsante Scientology-verhohnepipelnde »South Park«-Folge hinweisen. In der bereits im Herbst 2005 ausgestrahlten SP-Folge 137 »Trapped in the Closet« gerät Stan in die Fänge von Scientology, anschließend wird Stan für die Reinkarnation des Schundromanschreibers und Scientology-Gründers L. Ron Hubbard gehalten. - Auch das E-Meter, auf deutsch Bioresonanztherapie, wird so anschaulich erklärt, dass es die deutsche Grundschullehrerin über 40 mit chronischen Kopfschmerzen verstehen kann.Die gesamte inkriminierte Southpark-Folge, von der nach Medienberichten Tom Cruise (s. Abb.) nicht möchte, dass man sie sieht, gibt es hier, bei Scientomogy, bei Chefgate oder direkt bei Xenu.net. Dem Internet sei dank. Und der Freiheit der Meinungsäußerung in den USA.
CNN: »Tom Cruise vs. ›South Park‹?« PS: Statt der Wiederholung der Tom-Cruise-Verarschungsfolge sendete Comedy Central Anfang des Monats zwei alte Folgen über den Chef, ... der im Original vom Auch-Scientologen Isaac Hayes gesprochen wurde. Anfang nächsten Monats beginnt die 10. Staffel mit der der Folge »The Return of Chef« mit neuer Synchronstimme, denn Hayes hatte SP wegen mangelnden Respeks vor Religionen verlassen. (Dank an Mountainking für die Richtigstellungen, s. Kommentar.)
Sonntag, März 26, 2006
Sloterdijk und das Schwein
Wer wird Deutschlands nächster Super-Schmock? Casting-Show jetzt in der Kreuzberger St.-Thomas-Kirche! Wie man der Berliner Morgenpost entnehmen kann, fühlt sich der Wochenendhaus-Besitzer Peter Sloterdijk von einer geplanten Schweinemästerei bedroht. In der Uckermark, nahe dem »Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin«, soll es demnächst nicht mehr nur Natur, sondern auch Arbeitsplätze geben. Kanzlerinnen-Papa und Pastor im Ruhestand Horst Kasner schwingt sich erneut auf die Kanzel und predigt seine Perlen für die Säue: »Wie war das einst, wenn Menschen Fleisch verzehrten? Jede Mahlzeit, zu der Tiere geschlachtet wurden, war eine Opfermahlzeit.« * In der entfernten Kreuzberger St.-Thomas-Kirche trug bereits Angela Winkler, bekannt als »Katharina Blum« ihre Gedichte auf dem Free-the-Pigs-Festival vor. - Eine Sammlung pathetischen Schwachsinns, extremistischen Humbugs und verschmockten Kitsches findet in Berlin statt. Dort würde ich gerne mein Wurststulle auspacken. PS: Warum biologische Landwirtschaft moralisch höchst bedenklich ist, erklären - wie immer - Maxeiner/Miersch. Optipage: Elitäres Essen als Anleitung zum Massenmord. Michael Miersch: Ist »bio« wirklich besser? Novo 75, 2005
Freitag, März 24, 2006
FÜRSIE: »Frau Dr. Witt, was war das Ziel Ihrer Studien?«
Aus dem FÜRSIE-Homöopathie-Special: »Hundstage: Auch Vierbeiner haben so ihre Beschwerden - von Hitzestau bis Zeckenbiss. Da wirken Globuli genauso gut wie beim Menschen« Das ist richtig! Sie wirken nämlich gar nicht! Homöopathie bei Tieren ist verantwortungslose Tierquälerei, bei Kindern ggf. das herzlose Verbrechen der »unterlassenen Hilfeleistung«.
Die strategische, konsequent gesundheitspolitische Ausrichtung der in im Heft FÜRSIE Extra, März 7/2006 zitierten Epidemologin Claudia Witt ist perfide, den sie blendet - und als Epidemologin kann man das - alle Fragen nach einer Wirksamkeit oder einem Funktionsmechanismus aus. In dem FÜRSIE-Interview erweist sich ihr nicht namentlich erwähnter Stichwortgeber und Fragensteller als eingespielter Partner in dem Verwirrspiel namens Komplementärmedizin.
Zunächst werden zwei nicht näher bezeichnete Studien von Frau Witt erwähnt. Es ist anzunehmen, dass zunächst die folgende Arbeit gemeint ist:
Witt C, Lüdtke R, Baur R, Willich SN. Homeopathic medical practice: Long-term results of a cohort study with 3981 patients. BMC Public Health 2005;5:115. Die Beschwerden, um die es ging, Krankheiten kann man es kaum nennen, waren Kopfschmerzen bei Frauen, laufende Nase bei Männern und Hautrötungen bei Kindern. Nach einem Vierteljahr, einem und zwei Jahren wurden die homöopathischen Ärzte und die Patienten befragt, ob es ihnen besser ginge. Dh. beide Gruppen hatten den gefühlten Behandlungserfolg auf einer subjektiven Skala von 0 bis 10 anzukreuzen.
War ein Teilnehmer verstorben, dann trugen die Forscher eine 10 ein. Der durchschnittliche Homöopathiepatient mit Hautrötung stuft sich auf einer Skala von 0 Topfit und 10 Tot mit 6.2 ein, die Scharlatane sahen das ähnlich und gaben eine 6.0. (Ich würde mich mit einer laufenden Nase auf maximal 1 einstufen.)
Mein Lieblingssatz aus den Results der o.a. Arbeit: »The diagnosis had no relevant influence on the changes in patient complaints or quality of life as measured in this investigation.« Auf deutsch: Egal, welche Krankheit, der Befindlichkeitsverlauf der Molekülsensiblen blieb immer gleich, erst fühlten sie sich fast sterbenskrank und nach drei Monaten oder zwei Jahren deutlich besser. Und dieses »deutlich« heißt im Witts epidemologischen Jargon »signifikant (p<0.001)«.
Zurück zum FÜRSIE-Interview: »Es ging Ihnen also nicht darum, die Wirksamkeit der homöopathischen Arzneimittel zu beweisen? Nein, diesen Nachweis […] müssen andere führen. Uns interessiert, ob Patienten vom Gesamtkonzept einer homöopathischen Behandlung profitieren. Welche Ergebnisse brachte Ihre Untersuchung? […] Interessant war, dass sich im Schnitt neben der Lebensqualität der Patienten auch die Beschwerden deutlich besserten - gleichzeitig gingen sie seltener zu konventionellen Ärzten. [Jetzt kommt die neue Stoßrichtung, das Kostengummiargument!] Die homöopathische Behandlung hat also weitere Arztbesuche reduziert.? Das kann man so sehen. [Muss man aber nicht! hobe] Übrigens zeigte sich auch, dass die Patienten weniger Medikamente nahmen. Vor allem gesundheitspolitisch sind das interessante Ergebnisse.«
Über Witts zweite, in dem FÜRSIE-Interview erwähnte »Studie« Outcome and costs of homeopathic and conventional treatment strategies: A comparative cohort study in patients with chronic disorders habe ich bereits eine Polemik geschrieben. Zur Erinnerung: die Homöopathen durften ihren Heilerfolg selbst einschätzen, die »Krankheiten« nach WHO-Definition waren 1 Kopfschmerzen, 2 Rückenschmerzen, 3 Niedergeschlagenheit, 4 Schlaflosigkeit und 5 entzündete Nasenhöhlen (hier empfiehlt die böse »Schul- und Apparatemedizin« übrigens Inhalation von Kamillendämpfen). Das Ergebnis dieser Studie war, dass die homöopathische »Behandlung« der Patienten etwas, aber »unsignifikant (p=0.856)« teurer war. Durchschnittliche 2155 EUR für den Scharlatan im Vergleich zu 2013 Euro. Ob der Unterschied signifikant höher ist, interessiert hier natürlich nur theoretisch. Die Kosten WAREN höher, das ist der kleine aber feine Unterschied zwischen relativer Häufigkeit und Wahrscheinlichkeit.
Weiter so, mit der öffentlich subventionierten Homöopathie-Marktforschung an der Charité! Nachdem Witt zunächst eine »Studie« ohne Kontrollgruppe (harharhar!) durchführte, dann eine unverblindete, können wir ja bald auf eine doppelblinde randomisierte Kontrollstudie aus der ehemaligen Wirkungsstätte des »Rassenhygienikers« Fritz Lenz an der achso randomisierten Charité hoffen. Gebt ihr vier Jahre Zeit! Und ihr werdet die Medizin nicht wiedererkennen! Ein Impact Factor für die FÜRSIE wäre schon mal der richtige Weg!
Die strategische, konsequent gesundheitspolitische Ausrichtung der in im Heft FÜRSIE Extra, März 7/2006 zitierten Epidemologin Claudia Witt ist perfide, den sie blendet - und als Epidemologin kann man das - alle Fragen nach einer Wirksamkeit oder einem Funktionsmechanismus aus. In dem FÜRSIE-Interview erweist sich ihr nicht namentlich erwähnter Stichwortgeber und Fragensteller als eingespielter Partner in dem Verwirrspiel namens Komplementärmedizin.
Zunächst werden zwei nicht näher bezeichnete Studien von Frau Witt erwähnt. Es ist anzunehmen, dass zunächst die folgende Arbeit gemeint ist:
Witt C, Lüdtke R, Baur R, Willich SN. Homeopathic medical practice: Long-term results of a cohort study with 3981 patients. BMC Public Health 2005;5:115. Die Beschwerden, um die es ging, Krankheiten kann man es kaum nennen, waren Kopfschmerzen bei Frauen, laufende Nase bei Männern und Hautrötungen bei Kindern. Nach einem Vierteljahr, einem und zwei Jahren wurden die homöopathischen Ärzte und die Patienten befragt, ob es ihnen besser ginge. Dh. beide Gruppen hatten den gefühlten Behandlungserfolg auf einer subjektiven Skala von 0 bis 10 anzukreuzen.
War ein Teilnehmer verstorben, dann trugen die Forscher eine 10 ein. Der durchschnittliche Homöopathiepatient mit Hautrötung stuft sich auf einer Skala von 0 Topfit und 10 Tot mit 6.2 ein, die Scharlatane sahen das ähnlich und gaben eine 6.0. (Ich würde mich mit einer laufenden Nase auf maximal 1 einstufen.)
Mein Lieblingssatz aus den Results der o.a. Arbeit: »The diagnosis had no relevant influence on the changes in patient complaints or quality of life as measured in this investigation.« Auf deutsch: Egal, welche Krankheit, der Befindlichkeitsverlauf der Molekülsensiblen blieb immer gleich, erst fühlten sie sich fast sterbenskrank und nach drei Monaten oder zwei Jahren deutlich besser. Und dieses »deutlich« heißt im Witts epidemologischen Jargon »signifikant (p<0.001)«.
Zurück zum FÜRSIE-Interview: »Es ging Ihnen also nicht darum, die Wirksamkeit der homöopathischen Arzneimittel zu beweisen? Nein, diesen Nachweis […] müssen andere führen. Uns interessiert, ob Patienten vom Gesamtkonzept einer homöopathischen Behandlung profitieren. Welche Ergebnisse brachte Ihre Untersuchung? […] Interessant war, dass sich im Schnitt neben der Lebensqualität der Patienten auch die Beschwerden deutlich besserten - gleichzeitig gingen sie seltener zu konventionellen Ärzten. [Jetzt kommt die neue Stoßrichtung, das Kostengummiargument!] Die homöopathische Behandlung hat also weitere Arztbesuche reduziert.? Das kann man so sehen. [Muss man aber nicht! hobe] Übrigens zeigte sich auch, dass die Patienten weniger Medikamente nahmen. Vor allem gesundheitspolitisch sind das interessante Ergebnisse.«
Über Witts zweite, in dem FÜRSIE-Interview erwähnte »Studie« Outcome and costs of homeopathic and conventional treatment strategies: A comparative cohort study in patients with chronic disorders habe ich bereits eine Polemik geschrieben. Zur Erinnerung: die Homöopathen durften ihren Heilerfolg selbst einschätzen, die »Krankheiten« nach WHO-Definition waren 1 Kopfschmerzen, 2 Rückenschmerzen, 3 Niedergeschlagenheit, 4 Schlaflosigkeit und 5 entzündete Nasenhöhlen (hier empfiehlt die böse »Schul- und Apparatemedizin« übrigens Inhalation von Kamillendämpfen). Das Ergebnis dieser Studie war, dass die homöopathische »Behandlung« der Patienten etwas, aber »unsignifikant (p=0.856)« teurer war. Durchschnittliche 2155 EUR für den Scharlatan im Vergleich zu 2013 Euro. Ob der Unterschied signifikant höher ist, interessiert hier natürlich nur theoretisch. Die Kosten WAREN höher, das ist der kleine aber feine Unterschied zwischen relativer Häufigkeit und Wahrscheinlichkeit.
Weiter so, mit der öffentlich subventionierten Homöopathie-Marktforschung an der Charité! Nachdem Witt zunächst eine »Studie« ohne Kontrollgruppe (harharhar!) durchführte, dann eine unverblindete, können wir ja bald auf eine doppelblinde randomisierte Kontrollstudie aus der ehemaligen Wirkungsstätte des »Rassenhygienikers« Fritz Lenz an der achso randomisierten Charité hoffen. Gebt ihr vier Jahre Zeit! Und ihr werdet die Medizin nicht wiedererkennen! Ein Impact Factor für die FÜRSIE wäre schon mal der richtige Weg!
Positivismusstreit intern

Bei den großartigen Grantlern Statler & Waldorf entspinnt sich im Zuge einer Buchempfehlung eine lesenswerte Diskussion. Worum es geht? Hans Albert und Karl Popper, Briefwechsel, Frankfurt a.M.: S. Fischer, 2005.
Neben Harry "Bullshit" Frankfurt ist Sir Karl Popper (1902-1994) ein weiterer Schutzheiliger dieses Blogs. Stichwort: Falsifizierbarkeit. Wissenschaft beweist nichts! Wissenschaft stellt falsifizierbare Hypothesen auf! Sätze, die nicht zu falsifizieren sind, sind unwissenschaftlich.
Mittwoch, März 22, 2006
Spannende Logfiles
Es ist schon interessant, über welche Google-Suchen sich die geneigten Leser auf diese Seiten verirren. Über die Identität dieses Blogautors hier sei verraten: Ich bin nicht der Hamburger Gynäkologe, der mittels der Suchbegriffe »Hobe Hamburg Medizin« ausfindig gemacht werden kann. Liebe Internet-Stalker und Blogwarte, lasst den armen Mann in Frieden.
Der investigative Journalist Olaf Wunder schrieb mehrere Artikel für die Hamburger Morgenpost über die »Germanische Neue Medizin«, besonders lesenswert ist
»Zu Besuch bei der Todessekte - die gefährlichen Ansichten des Ryke Geerd Hamer« vom 8.2.2006. (Via Ariplex.com) Wunder berichtete über ein konspiratives Treffen der Hamburger Zelle der antisemitischen »Germanischen Neuen Medizin« in den Räumen des »Vereins zur Aktivierung der Lebensenergie«, Steindamm, St. Georg. Wunder resümiert: »Mindestens 20 Menschen haben Hamers Ideologie bisher mit dem Leben bezahlt. Sie starben, weil sie den Krebs durch Nichtstun bekämpften.« Siehe auch: »Hamer hat meine Frau auf dem Gewissen«. Irgendwie zieht diese Gegend am Hamburger Hauptbahnhof Todessekten an wie Licht die Motten.
Einem kommentierten Elaborat des notorischen Prozesshansels und Impfgegners Karl Krafeld ist zu entnehmen, dass am 5. April 2006 am Amtsgericht Rosenheim ein Beleidigungsprozess gegen Dr. Stefan Lanka, den Impfgegner, AIDS- und Viren-Leugner und natürlich ... TAZ-Experten für Virologie, anberaumt wurde. Im Interesse des Steuerzahlers bleibt zu hoffen, dass von der Möglichkeit Gebrauch gemacht wird, Querulanten die Prozessfähigkeit abzuerkennen. - Zyniker fordern darüber hinaus, die Virus-Leugner Lanka und Krafeld sollten ihre Thesen von der Nicht-Existenz der Viren im heldenhaften Selbstversuch durch Injektion dessen, was die Schulmedizin als Ebola- oder Marburg-Virus bezeichnet, endlich beweisen. Keine schlechte Idee, aber bitte im Hochsicherheitstrakt.
Bis zum nächsten Posting vomitiere ich über ein Mitbringsel meiner Frau, einer Beilage der Frauenzeitschift FÜRSIE: das Sonderheft »Homöopathie«, geschrieben von der bekannten Freien Mitarbeiterin Sabine Knapp, auf juristische Unverfänglichkeit überprüft von der Textchefin Dr. Sylvia Lott und unter fachlicher Beratung eines gewissen Dr. med. Markus Wiesenauer, Facharzt für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren in Weinstadt. Ohne Kennzeichnung, dass es sich bei diesem Beileger um Werbung für Nahrungsergänzungsmittelähnliche Produkte aus dem Hause DHU und Consorten handelt! Hier wird schleichgeworben, dass sich die Balken biegen. Für Gelsemium D12, Silicea D12 Rhus Toxicodendron D12, Arnica D6, Robinia Pseudoacacia D6, Haplopappus D3, Graphites D12 und und und. Und unsere bereits auffällig gewordene Epidemologin Dr. Claudia Witt von der Charité ist auch mit von der Partie.
Der investigative Journalist Olaf Wunder schrieb mehrere Artikel für die Hamburger Morgenpost über die »Germanische Neue Medizin«, besonders lesenswert ist
»Zu Besuch bei der Todessekte - die gefährlichen Ansichten des Ryke Geerd Hamer« vom 8.2.2006. (Via Ariplex.com) Wunder berichtete über ein konspiratives Treffen der Hamburger Zelle der antisemitischen »Germanischen Neuen Medizin« in den Räumen des »Vereins zur Aktivierung der Lebensenergie«, Steindamm, St. Georg. Wunder resümiert: »Mindestens 20 Menschen haben Hamers Ideologie bisher mit dem Leben bezahlt. Sie starben, weil sie den Krebs durch Nichtstun bekämpften.« Siehe auch: »Hamer hat meine Frau auf dem Gewissen«. Irgendwie zieht diese Gegend am Hamburger Hauptbahnhof Todessekten an wie Licht die Motten.
Einem kommentierten Elaborat des notorischen Prozesshansels und Impfgegners Karl Krafeld ist zu entnehmen, dass am 5. April 2006 am Amtsgericht Rosenheim ein Beleidigungsprozess gegen Dr. Stefan Lanka, den Impfgegner, AIDS- und Viren-Leugner und natürlich ... TAZ-Experten für Virologie, anberaumt wurde. Im Interesse des Steuerzahlers bleibt zu hoffen, dass von der Möglichkeit Gebrauch gemacht wird, Querulanten die Prozessfähigkeit abzuerkennen. - Zyniker fordern darüber hinaus, die Virus-Leugner Lanka und Krafeld sollten ihre Thesen von der Nicht-Existenz der Viren im heldenhaften Selbstversuch durch Injektion dessen, was die Schulmedizin als Ebola- oder Marburg-Virus bezeichnet, endlich beweisen. Keine schlechte Idee, aber bitte im Hochsicherheitstrakt.
Bis zum nächsten Posting vomitiere ich über ein Mitbringsel meiner Frau, einer Beilage der Frauenzeitschift FÜRSIE: das Sonderheft »Homöopathie«, geschrieben von der bekannten Freien Mitarbeiterin Sabine Knapp, auf juristische Unverfänglichkeit überprüft von der Textchefin Dr. Sylvia Lott und unter fachlicher Beratung eines gewissen Dr. med. Markus Wiesenauer, Facharzt für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren in Weinstadt. Ohne Kennzeichnung, dass es sich bei diesem Beileger um Werbung für Nahrungsergänzungsmittelähnliche Produkte aus dem Hause DHU und Consorten handelt! Hier wird schleichgeworben, dass sich die Balken biegen. Für Gelsemium D12, Silicea D12 Rhus Toxicodendron D12, Arnica D6, Robinia Pseudoacacia D6, Haplopappus D3, Graphites D12 und und und. Und unsere bereits auffällig gewordene Epidemologin Dr. Claudia Witt von der Charité ist auch mit von der Partie.
Sonntag, März 12, 2006
Verstrahlte Schweizer
Im Schweizer Kanton Appenzell Innerrhoden fürchtet man sich vor bösen Handystrahlen. Einige Schweizer können - nach eigener Angabe - gar nicht mehr richtig schlafen. Sie wälzen sich in ihren Schweizer Betten, während sich der Elektrosmog auf die Gemeinde Hirschberg niederschlägt wie einst der Fallout auf Hiroshima. Abhilfe schafft Ibrahim Karim, Absolvent der ETH, Ägypter, 64 Jahre alt, Doktor gar. Es stellt ein paar gedrechselte Holzfiguren auf, schon kann Opa Hypochonder wieder ruhig schlafen, der Blutdruck fällt auf ein normales Niveau zurück und das Herz hüpft wieder im gewohnten Takt.Nur ein paar Holzfiguren und ein paar Plexiglas-Objekte (s.o.), die den weltläufigen Reporter Andreas Schmid in der NZZ entfernt an Wasserpfeifen erinnern, und schon ist ein neue Wissenschaft erfunden. Nach der Bio©-Chemie eines Salzhändlers, der Bio©-Physik eines Freiburger Scharlatans, der mit Bio©-Photonen handelt, kommt aus der Bau-Biologie© die Furcht vor allem was schwingt. Und daraus resultiert: die Biogeometrie »nach« Karim. Noch ganz ohne Copyright-Zeichen.
Immerhin sieht Karim ein, dass seine Methode wissenschaftlicher Humbug ist. Seine wahllos plazierten Objekte sollten überprüft werden. Doch die NZZ zitiert den jammernden Karim mit dem Satz: »Bewusst haben sie Unmögliches wie Doppelblindversuche bei Tieren verlangt.« »Wie gemein!« könnte man mitleidvoll aufseufzen, doch wenn man im Nebensatz erfährt, dass der Kanton sich um 20000 Franken verschuldet, nur um den Dienstleistungsvertrag für die »Biogeometrische Partnerschaft« mit Dr. Karim zu erfüllen, dann hält sich das Mitleid in Grenzen.
Als besondere Leuchte stellt sich der Humbug-Finanzier, CVP-Ständerat und Landamman Schmid, Carlo Schmid, nicht der NZZ-Autor Andreas Schmid, dar. In der Bürokratie definiert man Vernunft bekanntlich anders: »Wir hätten den Versuch dann nicht fördern dürfen, wenn die Methode nachweislich den Gesetzen der Physik zuwiderlaufen würde.«
Diesen logischen Schwachsinn, getarnt als Satz, muss man sich auf der Zunge und dann im Großhirn zergehen lassen. Die Gemeinde kauft für mindestens 20000 Franken eine Dienstleistung ein, die die Gemeinde besser schlafen lässt. Eine handvoll Schlaftabletten für die Betroffenen würde es auch tun. Es wurde also 1. eine teure Dienstleistung eingekauft. Die 2. auf noch überhaupt keine wissenschaftlichen Erfahrungswerte zurückgreifen kann. Dessen Erfinder Farid Karim 3. wissenschaftliche Überprüfung zurückweist, und sogar schon weiss, dass sie 4. unmöglich ist.
(Vielleicht sollte hier ein Hinweis darauf erfolgen, dass es Universitäten möglich ist, verliehene Doktor-Titel wieder abzuerkennen, wenn sich der Titelträger unstandesgemäß, dh. wie ein Scharlatan verhält. »Dr.« Karim scheint ein aussichtsreicher Kandidat zu sein.)
Der Novo-Autor Michael Breu fand einen Professor der Klartext geredet hat: Hansjörg Znoj, Professor für klinische Psychologie an der Universität Bern: »Dieser Karim ist für mich ein Scharlatan. Er macht die Anwohner zu Komplizen. Als Bewohner von Hemberg würde ich mich verarscht fühlen.«
Weitere Links
Michael Breu (Novo-Magazin) Dr. Karims Quelle: ein Artikel in der New Yorker Deko-Zeitschrift Veranda, ETH Life: Es strahlt im Handymeer
Hans U. Jakob (gigaherz.ch) Mit Schwindel, Mobbing und Gesinnungsterror in den Ständerat? Lesenswerter Artikel über das Gehabe der Beteiligten.
Karims eigene Website: biogeometry.com Eine Handelsmarke, die sich wie eine Wissenschaft anhört. Es überrascht nicht, dass Karim mit dem Wasserausrichter und Pigasus Award Nominee 2005 »Dr.« Masaru Emoto kooperiert.
Mittwoch, März 08, 2006
Galerie der Wasser-Scharlatane
Aktiviertes, strukturiertes, vitalisiertes, stabilisiertes, magnetisches, ionisiertes, geclustertes, reoxygenisiertes, elektrolytisches, energetisiertes, mit Hydrid-Ionen angereichertes, saures, basisches, alkalisches, belebtes oder monopolisches Wasser mit und ohne Gedächtnis bleibt letztendlich immer nur H2O. Eine auf Vollständigkeit bedachte Sammlung der Wasser-Scharlatanerie hat der ehemalige Chemie-Professor Steve Lower akkurat zusammengetragen. Sogar Österreichs Grander-Wasser hat es über den großen Teich geschafft. - Humbugtheoretikers Top-Favorit als König der Pseudo-Wissenschaftler ist Viktor Schauberger (1885-1958, Foto s.o.) mit seiner Forellenturbine. Die mit Vorsicht zu genießende Wikipedia weiß über ihn: Ab 1942 betrieb er seine »Forschungen« in »leitender Tätigkeit« in einer Außenstelle des KZ Mauthausen.
Der Autor der sehr sehr langen Liste, Steve Lower, gibt als Motivation seiner Arbeit den Spaß an den Naturwissenschaften an. Er möchte sich von der Deppengarde der Scharlatane keinen Unsinn über eine der schönsten Naturwissenschaften, Chemie, erzählen lassen. Dem kann die Humbugtheorie sich nur anschließen.
Dienstag, März 07, 2006
H5N1 - Ein Virus kennt keine Moral
In der taz vom 12. Oktober 2005 kam ein "vehementer Kritiker der Virus-Hypothese bei der Vogelgrippe", Dr. Stefan Lanka zu Wort. Die Betonung liegt dabei auf "vehemt". Lanka ist ein gerichtsnotorischer Querulant auf einer Mission. In dem Interview, das Tarik Ahnia mit Lanka führte, konnte er seinen lebensgefährlichen Satz verbreiten: »Außer den faktischen Impfschäden gibt es keine Wirkung einer Impfung.« Lanka ist - nachdem seine »AIDS gibts nicht«-Theorie - keiner mehr hören möchte, ein Impfgegner. Lanka hatte behauptet, es gäbe überhaupt keine Vogelgrippe-Viren, schließlich gäbe es noch keine Bilder. Mittlerweile gibt es Bilder (s.o.), mittlerweile ist das Virus sogar schon sequenziert. Aber auch geistiger Müll vermehrt sich wie ein Retrovirus.
»Stefan Lanka: Bis heute ist das behauptete Virus isoliert und nicht fotografiert worden. Die Gretchenfrage lautet: Auf welche konkreten Publikationen berufen sich die verantwortlichen Wissenschaftler? Wurde das Virus isoliert und charakterisiert - und wo ist das dokumentiert? Doch so eine Publikation gibt es überprüfbar nicht.«Zwei Wochen später, am 1. November erschien »A systematic analytic approach to pandemic influenza preparedness« von Daniel J. Barnett, Ran D. Balicer, Daniel R. Lucey, George S. Everly, Saad B. Omer, Mark C. Steinhoff und Itamar Grotto. Mit dem berühmten Bild von Goldsmith, Katz und Zaki. Es ist für Scharlatane ein leichtes, auf fehlende Arbeitsergebnisse hinzuweisen, wenn man gerade die Arbeit aufgenommen hat und die Papers und pers. Mitt. nur so hin und her fliegen. Bewundernswert ist allerdings, wie schnell die ach so konventionelle Wissenschaft mit handfesten Ergebnissen aufwarten konnte. Es ist erstaunlich, mit welcher Hochgeschwindigkeit die Wissenschaft vom Auftreten konkreter Todesfälle, der Isolierung des Erregers, Isolierung und Sequenzierung bis zur Entwicklung von Gegenmaßnahmen arbeitet. - Die Gretchenfrage lautet dann nicht, auf welche Arbeiten sich die Wissenschaftler berufen, sondern welches die Ergebnisse dieser Arbeiten sind.
Infrage gestellt wird allerdings auch von seriösen Wissenschaftlern die Ausbreitungshypothese. Höflich, sachlich und ohne gleich eine CIA-Verschwörung unter Ägide von George W. Bush zu unterstellen. Nicht von Wildvögeln auf Nutztiere könnte das Virus übertragen werden, sondern vielleicht umgekehrt vom Nutzgeflügel über die in Flüsse geleiteten Fäkalien könnte das Virus seinen Weg in die freilebende Fauna gelangt sein. In der Welt äußert der bekannte Biologe Josef Reichholf seine Vermutungen. Statt billiger Rhetorik, wie sie Lanka in der taz ablassen darf, führt Reichholf einige bemerkenswerte Indizien für seine Überlegungen an.
Der homöopathische Hintergrund Lankas wird im fogenden Satz (aus dem taz-Interview) deutlich: »Die Krankheitsbilder der Vogelgrippe sind natürlich real. Aber es gibt keinen Grund anzunehmen, dass man zur Erklärung ein Virus benötigt«
Über die »Krankheitsbilder« der Homöopathen wurde hier auf dieser Seite bereits diskutiert, sie sind nicht mit einer medizinischen Ätiologie zu vergleichen, die Krankheiten beschreibt. Ein »Krankheitsbild« ist in der Lehre der Homöopathen die Summe der Krankheiten, die mit einem Pülverchen irgendwelche an den Haaren herbeigezogenen Analogien haben. »Neue« Krankheiten kennt die klassische Homöopathie nach Hahnemann gar nicht. Und Bakterien, Viren, Moleküle und Atome werden in ihrer Existenz geleugnet. Denn die große größenwahnsinnige Theorie kann ja alles mit Ungleichgewichten, nicht messbaren Energien und den beliebten Miasmen erklären.
Dass aber die taz einem notorischen Querulanten und Förderer der rechtsextrem-esoterischen "Neuen Medizin" Hamers ein Forum bietet, das ist der Skandal!
Links
CDC Centers for Disease Control and Prevention: Phase 3: Menschen werden mit einem neuen Virus-Stamm infiziert, aber keine Ausbreitung von Mensch zu Mensch.
Neue Pest, alte Angst von Josef H. Reichholf
GWUP aktuell: »Vogelgrippe-Mythen - Wirkt Homöopathie gegen Vogelgrippe?«
Der Fall Stefan Lanka
Montag, März 06, 2006
Scharlatane für Olympia
Bei der Kosmetik-Industrie haben sich Scharlatane einen Marketing-Trick abgeguckt, das Testimonial! Möglichst bekannte Leute (Politiker, Künstler, Sportler) legen Zeugnis ab für den Scharlatan. Eine gute Übersicht darüber, womit Österreichs Athleten behelligt werden und an welchen Humbug sie glauben, schreibt Bert Ehgartner für Profil.at. Ehgartner hält sich juristisch korrekt zurück und hofft, dass der Leser sein eigenes Urteil fällt, das bei intelligenten Menschen nur auf »teurer Humbug« lauten kann.
In Ehgartners Überblick befindet sich eine Auswahl erlesener Scharlatanerie, fortgeschrittenen Bullshit und billiger Tricks.
Für 300 Euro pro Sitzung ist der Energiestromverteiler Martin Weber (60) an drei Orten gleichzeitig aktiv: „Die TCM kennt nur einen Bruchteil der Meridiane“, sagt er. „Ich aber habe entdeckt, dass es tausende davon gibt.“ Deshalb könne man seine Technik auch nicht erlernen. „Es sind einfach zu viele.“
Dann weiß der Autor von kosmischen Strahlenfängerm, Wunderdiäten, Produkten aus ehemals sowjetischen Geheimlabors, Wunderbetten, die die Atmung harmonisieren, enthaltsame Lebensregeln, Pendeln und Rutengängern, Qigong, Aroma- und Lichttherapien zu berichten.
Und Namen werden genannt: Heinrich Bergmüller vom Olympiastützpunkt Obertauern wandelt angeblich auf den Spuren desumstrittenen verurteilten DDR-Sportmediziners Bernd Pansold aka IM Jürgen Wendt. Seine Elektromyostimulation sowie die Theorie der optimalen Fettverbrennungszone bei niedrigem Puls gelten als wissenschaftlich haltloser und teilweise sogar widerlegter Humbug. Was eine Kryotherapie mit Kältekammer bringen soll? Natürlich mehr Leistung! (Nur das ist bei Spitzensportlern extrem schlecht nachweisbar) Entwickelt wurde dieses Ding, so Ehgartner, gegen Rheuma-Beschwerden.
Amüsant sind die Erzähungen über die »Mental Coaches«. So lässt sich DJ Ötzi von Valentin Hobel (»Herr Hobel führt … durch bewusstes Zuhören den Klienten in eine Art Trancezustand« Quelle: VH333.at) "coachen". (Wer darüber nicht lachen kann, sollte sich einen eigenen Mentaltrainer zulegen.)
Weiter führt Ehgartner aus:»In regelrechte persönliche Abhängigkeit schlitterte Ende der neunziger Jahre die junge Schweizer Weltklassetennisspielerin Patty Schnyder mit dem mehr als 20 Jahre älteren deutschen Fitness- und Mentalcoach Rainer Harnecker. Erst als ihre Eltern einen Detektiv engagierten, der nachwies, dass Harnecker mit seinen dubiosen „Orangensaftkuren“ auch am Tod von von ihm dilletantisch behandelten Krebspatienten beteiligt war und in einem Fall dafür verurteilt wurde, verließ sie den Guru.«
Die Szenerie der Leistungssport-Parasiten hat Bert Ehgartner großartig eingefangen. Deshalb ergeht ein Lesebefehl.
[Anm.: Kaum recherchiert man ein wenig über die Impfgegner, da findet man Ehgartner wieder. Es hat den Anschein, dass auch er zur zynischen Riege der »Masern sind nicht so schlimm«-Fraktion gehört.]
SPON: Doping-Razzia im österreichischen Lager
In Ehgartners Überblick befindet sich eine Auswahl erlesener Scharlatanerie, fortgeschrittenen Bullshit und billiger Tricks.
Für 300 Euro pro Sitzung ist der Energiestromverteiler Martin Weber (60) an drei Orten gleichzeitig aktiv: „Die TCM kennt nur einen Bruchteil der Meridiane“, sagt er. „Ich aber habe entdeckt, dass es tausende davon gibt.“ Deshalb könne man seine Technik auch nicht erlernen. „Es sind einfach zu viele.“
Dann weiß der Autor von kosmischen Strahlenfängerm, Wunderdiäten, Produkten aus ehemals sowjetischen Geheimlabors, Wunderbetten, die die Atmung harmonisieren, enthaltsame Lebensregeln, Pendeln und Rutengängern, Qigong, Aroma- und Lichttherapien zu berichten.
Und Namen werden genannt: Heinrich Bergmüller vom Olympiastützpunkt Obertauern wandelt angeblich auf den Spuren des
Amüsant sind die Erzähungen über die »Mental Coaches«. So lässt sich DJ Ötzi von Valentin Hobel (»Herr Hobel führt … durch bewusstes Zuhören den Klienten in eine Art Trancezustand« Quelle: VH333.at) "coachen". (Wer darüber nicht lachen kann, sollte sich einen eigenen Mentaltrainer zulegen.)
Weiter führt Ehgartner aus:»In regelrechte persönliche Abhängigkeit schlitterte Ende der neunziger Jahre die junge Schweizer Weltklassetennisspielerin Patty Schnyder mit dem mehr als 20 Jahre älteren deutschen Fitness- und Mentalcoach Rainer Harnecker. Erst als ihre Eltern einen Detektiv engagierten, der nachwies, dass Harnecker mit seinen dubiosen „Orangensaftkuren“ auch am Tod von von ihm dilletantisch behandelten Krebspatienten beteiligt war und in einem Fall dafür verurteilt wurde, verließ sie den Guru.«
Die Szenerie der Leistungssport-Parasiten hat Bert Ehgartner großartig eingefangen. Deshalb ergeht ein Lesebefehl.
[Anm.: Kaum recherchiert man ein wenig über die Impfgegner, da findet man Ehgartner wieder. Es hat den Anschein, dass auch er zur zynischen Riege der »Masern sind nicht so schlimm«-Fraktion gehört.]
SPON: Doping-Razzia im österreichischen Lager
Freitag, März 03, 2006
Moumima, Allah und die Globuli
Eine Muslima namens Moumina Sow verknüpft Koran und Hahnemann zum Koranemann. Die schon in Granada an der Mär vom toleranten Islam agitierende Lady führt per Google und Co-Autorin Vanessa Steinmayer mitten ins Zentrum des deutschen Irrationalismus. Aber interessant ist Moumina Sows scholastische Auslegung von Organon und Koran, die eigentlich einen Ehrendoktor der anthroposophischen Universität Witten/Herdecke wert ist:
Ja, sehen wir uns die Länder mit den höchsten medizinischen »Standards« an. Damit können ja für die Islamopathin Moumina Sow nur die USA, Israel, Dänemark und Deutschland gemeint sein. Wie großartig, dass es dort so wenig akut Kranke gibt! Vielleicht liegt es auch einfach nur daran, dass es dort relativ wenig Moslems gibt, die überdurchschnittlich für die nicht chronischen, dafür akuten Krankheiten zuständig sind. Tod durch Steinwurf, Messerstich, Drahtschlinge um den Hals, Schwerthieb durch die Halswirbel, Auto-Metallsplitter in der Aorta oder Kopfabriss durch Explosion.
Schauen wir uns unseren chronisch kranken Westen an, die Lebenserwartungen für Deutschland, total population: 78.65 years male: 75.66 years female: 81.81 years (2005 est.). In den USA ist die kombinierte Lebenserwartung von 75,4 (1990) auf 77,6 Jahre gestiegen. Quelle: Ärzteblatt, 14.12.05 In Israel (2002) sieht es kaum anders aus: Die durchschnittliche Lebenserwartung der Frauen liegt bei über 80,9 Jahren, die der Männer knapp unter 76,7 Jahren. Quelle: Israel MFA Und das Udenrigsministeriet verlautet: Die Lebenserwartung in Dänemark betrug 1994/95 72,6 Jahre bei Männern und 77,8 Jahre bei Frauen.
Eines der für Frauen gruseligsten Länder dürfte übrigens Qatar, Ursprung der Hacker-Attacken auf prowestliche Blogs und reichsten Länder der Welt, sein: Das Geschlechterverhältnis beträgt zum Zeitpunkt der Geburt 1,05 Jungs zu Mädchen, aber im Alter zwischen 15 und 64 muss die Hälfte der weiblichen Population entweder eliminiert worden oder ausgewandert sein. Das Geschlechterverhältnis beträgt auf einmal 2,3 Männer pro Frau. Dementsprechend kritisch ist auch die gesamte Lebenserwartung zu betrachten: 73,7 Jahre, Männer 71, Frauen 76. Wie soll das gehen? (Ich halte diese offiziellen Zahlen aus Diktaturen aus beschönigender Absicht für gefälscht!)
Eine Gesamtliste der Lebenserwartungen gibt es auf hier auf der Seite von indexmundi.com
»Sehen wir uns weiter an, wie es unter dem Strich in den Ländern mit dem angeblich „schulmedizinisch“ höchsten Standard um die Gesundheit der dort lebenden Menschen steht, so fällt auf, dass wir noch nie so viele chronisch Kranke hatten wie heute. Menschen, die auf lebenslange Medikamenteneinnahme angewiesen sind und ohne diese vielleicht gar nicht lebensfähig wären. Ist das noch Gesundheit zu nennen und wirklicher medizinischer Fortschritt, oder haben wir es hier mit einer Verschiebung von akuten zu chronischen Krankheiten zu tun? Ferner stellt sich die Frage, ob hochkomplexe chemische Mittel wirklich geeignet sein können, den Menschen in jeder Situation zu heilen.
Welche Art von Heilung soll damit erreicht werden? Krankheit ist ein von Allah zugelassenes oder eingesetztes Mittel, um den Menschen auf den richtigen Weg zu bringen.«Quelle: enfal.de
Ja, sehen wir uns die Länder mit den höchsten medizinischen »Standards« an. Damit können ja für die Islamopathin Moumina Sow nur die USA, Israel, Dänemark und Deutschland gemeint sein. Wie großartig, dass es dort so wenig akut Kranke gibt! Vielleicht liegt es auch einfach nur daran, dass es dort relativ wenig Moslems gibt, die überdurchschnittlich für die nicht chronischen, dafür akuten Krankheiten zuständig sind. Tod durch Steinwurf, Messerstich, Drahtschlinge um den Hals, Schwerthieb durch die Halswirbel, Auto-Metallsplitter in der Aorta oder Kopfabriss durch Explosion.
Schauen wir uns unseren chronisch kranken Westen an, die Lebenserwartungen für Deutschland, total population: 78.65 years male: 75.66 years female: 81.81 years (2005 est.). In den USA ist die kombinierte Lebenserwartung von 75,4 (1990) auf 77,6 Jahre gestiegen. Quelle: Ärzteblatt, 14.12.05 In Israel (2002) sieht es kaum anders aus: Die durchschnittliche Lebenserwartung der Frauen liegt bei über 80,9 Jahren, die der Männer knapp unter 76,7 Jahren. Quelle: Israel MFA Und das Udenrigsministeriet verlautet: Die Lebenserwartung in Dänemark betrug 1994/95 72,6 Jahre bei Männern und 77,8 Jahre bei Frauen.
Eines der für Frauen gruseligsten Länder dürfte übrigens Qatar, Ursprung der Hacker-Attacken auf prowestliche Blogs und reichsten Länder der Welt, sein: Das Geschlechterverhältnis beträgt zum Zeitpunkt der Geburt 1,05 Jungs zu Mädchen, aber im Alter zwischen 15 und 64 muss die Hälfte der weiblichen Population entweder eliminiert worden oder ausgewandert sein. Das Geschlechterverhältnis beträgt auf einmal 2,3 Männer pro Frau. Dementsprechend kritisch ist auch die gesamte Lebenserwartung zu betrachten: 73,7 Jahre, Männer 71, Frauen 76. Wie soll das gehen? (Ich halte diese offiziellen Zahlen aus Diktaturen aus beschönigender Absicht für gefälscht!)
Eine Gesamtliste der Lebenserwartungen gibt es auf hier auf der Seite von indexmundi.com
Donnerstag, März 02, 2006
Antitotalitäres Manifest
Es ist schon traurig, dass man für solche selbstverständlich gehaltene Errungenschaften der Aufklärung ein Manifest verfassen muss. Beschämend, wie der Jütländer Bote von deutschen Intellektuellen politisch diskreditiert wurde.
»Wir – Autoren, Journalisten, Intellektuelle – rufen zum Widerstand gegen religiösen Totalitarismus und zur Unterstützung von Freiheit, Chancengleichheit und säkularen Werten für alle auf.«
Deutsche Fassung: Lizas Welt
Englische Fassung: Jyllands-Posten
»Wir – Autoren, Journalisten, Intellektuelle – rufen zum Widerstand gegen religiösen Totalitarismus und zur Unterstützung von Freiheit, Chancengleichheit und säkularen Werten für alle auf.«
Deutsche Fassung: Lizas Welt
Englische Fassung: Jyllands-Posten
Der Humbug der Entschlackung
Die populäre aber falsche Schlacken-Lehre nimmt wirklich kritisch der Tagesspiegel-Autor Walter Schmidt unter die Lupe. In seinem Artikel »Frühjahrsputz von innen« hinterfragt er skeptisch die Versprechungen des anthroposophischen Weleda-Konzerns.
Für knapp 10 Euro bietet Weleda 0,2-Liter des Nahrungsergänzungsmittels »Birken-Aktiv-Kur« an. Beworben wird es mit den Produktversprechen: »Befreit den Organismus auf natürliche Weise von belastenden Ablagerungen«.
Für knapp 10 Euro bietet Weleda 0,2-Liter des Nahrungsergänzungsmittels »Birken-Aktiv-Kur« an. Beworben wird es mit den Produktversprechen: »Befreit den Organismus auf natürliche Weise von belastenden Ablagerungen«.
Kein Wunder, dass auch die Stiftung Warentest in einer Stellungnahme zum Thema mitgeteilt hat, die Schlacken existierten „nur in der Theorie“. Sie hätten sich „weder im Mikroskop noch bei Laboruntersuchungen oder sonst wie auffinden lassen“.Oh, die von Theo Stepp unterstützten »Ausscheidungsvorgänge des Körpers«! Es scheint, als wären die Anthropos irgendwie extrem anal fixiert. Oder vielleicht litt ihr Oberguru Rudolf Steiner unter permanenter Verstopfung, wie sonst wären seine Schriften von der »Erkenntnis höherer Welten« möglich. Darauf einen Waldorf-Salat!
Darauf angesprochen, gibt Theo Stepp, der Leiter der Unternehmenskommunikation bei Weleda, zu: „Studienmaterial in Form von klinischen Untersuchungen zur Birken-Aktiv-Kur liegt nicht vor.“ Und weiter: „Wir prüfen neue Produkte über die vorgeschriebenen Analysen hinaus durch interne und externe Anwendertests. Es handelt sich nicht um ein Arzneimittel, sondern um ein Nahrungsergänzungsprodukt. Die Birken-Aktiv-Kur an sich schwemmt die Stoffe nicht aus, sondern unterstützt zusammen mit gesunder Ernährung, ausreichender Flüssigkeitsaufnahme und Bewegung die Stoffwechselfunktionen und Ausscheidungsvorgänge des Körpers.“
Die Rezeptur der Birken-Aktiv-Kur basiert Stepp zufolge „auf den Erkenntnissen der Anthroposophischen Medizin. Die Inhaltsstoffe von Birkenblättern wirken sich demgemäß positiv auf die Stoffwechselvorgänge aus, die so genannte Schlackenbildung und Ablagerungen verhindern.“ Bei den Schlackenstoffen handele es sich meist um Säuren, „die als Abfallprodukte bei der Verstoffwechslung von Nährstoffen entstehen“. Diese Säuren würden „normalerweise durch das so genannte menschliche Puffersystem neutralisiert“. Den Vorwurf unlauteren Wettbewerbs weist Stepp zurück. Lesebefehl!
Mittwoch, März 01, 2006
»Jetzt schnurrt der Tod«
Über die Vogelgrippe heißt es jetzt: Keine Panik! Ranga Yogeshwar empfiehlt, nicht mit Gänsen und Enten zu schmusen, der Gute, er versteht die Deutschen wirklich! Nicht so Harald Ringstorff. Er eröffnet die Jagdsaison auf streunende Katzen und katapultiert sich damit bei der nächsten Wahl höchstwahrscheinlich direkt unter die 5-Prozent-Hürde.
Bei einem toten Ossi-Kater wurde das H5N1-Virus nachgewiesen. Noch sind nicht alle Vögel schon da, noch hat nicht jeder Hypochonder sein Tamiflu injektionsbereit auf dem Nachtschrank liegen. Mittlerweile muss die Hölle los sein, in den veterinärmedizinischen Labors, da werden tote Vögel im Sekundentakt angeliefert und jeder Öko-Rentner ruft die Polizei und den Kampfmittelräumdienst, wenn ein Stockerpel sich auffällig verhält. Vermutlich werden, wenn die ersten Senioren und Seniorinnen in den Pflegeheimen an der üblichen Salmonellen-Vergiftung sterben, die ersten »Verdachtsfälle« gemeldet werden. Und der Meister der »Mann beißt Hund«-Headline, F. J. Wagner himself, wird zur Höchstform auflaufen. »Pest bricht aus!«
Deswegen den heutigen Stand: Bis jetzt sind in Deutschland 131 an der H5N1-Vogelgrippe verendete Wildvögel und 1 tote Katze nachgewiesen. Die Börse reagiert immer noch zurückhaltend. Den Markting-Strategen von GSK empfehle ich den Namen Tamiflu durch »NYB-Tabbyflu oral« zu ersetzen, dann kommen auch die Internet-Analysten wieder. Und als Virales Marketing verlorene Handyvideos aus den Tierlabors auf der Internetseite von Al-Jazeera zu veröffentlichen.
Was empfiehlt eigentlich die Karl-und-Veronica-Carstens-Stiftung Homöopathisches? Nichts! Was wird geforscht? Anscheinend nichts. Was sagt die PR? Bislang nichts. Und wer rettet jetzt das Freiland-Ei?
Die biogetunte Brigitte Roth hat auf FAZ.net einen Homöopathen aufgetan, und lässt ihn unkommentiert seine Propaganda abspulen. Der homöopathische Mensch sei der widerstandsfähigere, diese Meinung scheint aus dem Munde von Walter Köster zu fließen, niedergelassener Arzt für Allgemeinmedizin und Homöopath und höchsteigener Autor des bald im Selbstverlag erscheinenenden Buches »Die Logik der Ganzheit« und Weiterbildungsberechtigter für Homöopathie der Landesärztekammer Hessen und schließlich und endlich Professor für Homöopathie an der Strand-Universität Sevilla. Und jener Walter Köster würde seinen an Vogelgrippe erkrankten Ganzheitswesen zuerst die Globuli geben und wenn sie nicht weggeht das Tamiflu. Aber hallo, Herr Doppelverdiener! Wo ist denn da die »Erstverschlimmerung« abgeblieben?
Bei einem toten Ossi-Kater wurde das H5N1-Virus nachgewiesen. Noch sind nicht alle Vögel schon da, noch hat nicht jeder Hypochonder sein Tamiflu injektionsbereit auf dem Nachtschrank liegen. Mittlerweile muss die Hölle los sein, in den veterinärmedizinischen Labors, da werden tote Vögel im Sekundentakt angeliefert und jeder Öko-Rentner ruft die Polizei und den Kampfmittelräumdienst, wenn ein Stockerpel sich auffällig verhält. Vermutlich werden, wenn die ersten Senioren und Seniorinnen in den Pflegeheimen an der üblichen Salmonellen-Vergiftung sterben, die ersten »Verdachtsfälle« gemeldet werden. Und der Meister der »Mann beißt Hund«-Headline, F. J. Wagner himself, wird zur Höchstform auflaufen. »Pest bricht aus!«
Deswegen den heutigen Stand: Bis jetzt sind in Deutschland 131 an der H5N1-Vogelgrippe verendete Wildvögel und 1 tote Katze nachgewiesen. Die Börse reagiert immer noch zurückhaltend. Den Markting-Strategen von GSK empfehle ich den Namen Tamiflu durch »NYB-Tabbyflu oral« zu ersetzen, dann kommen auch die Internet-Analysten wieder. Und als Virales Marketing verlorene Handyvideos aus den Tierlabors auf der Internetseite von Al-Jazeera zu veröffentlichen.
Was empfiehlt eigentlich die Karl-und-Veronica-Carstens-Stiftung Homöopathisches? Nichts! Was wird geforscht? Anscheinend nichts. Was sagt die PR? Bislang nichts. Und wer rettet jetzt das Freiland-Ei?
Die biogetunte Brigitte Roth hat auf FAZ.net einen Homöopathen aufgetan, und lässt ihn unkommentiert seine Propaganda abspulen. Der homöopathische Mensch sei der widerstandsfähigere, diese Meinung scheint aus dem Munde von Walter Köster zu fließen, niedergelassener Arzt für Allgemeinmedizin und Homöopath und höchsteigener Autor des bald im Selbstverlag erscheinenenden Buches »Die Logik der Ganzheit« und Weiterbildungsberechtigter für Homöopathie der Landesärztekammer Hessen und schließlich und endlich Professor für Homöopathie an der Strand-Universität Sevilla. Und jener Walter Köster würde seinen an Vogelgrippe erkrankten Ganzheitswesen zuerst die Globuli geben und wenn sie nicht weggeht das Tamiflu. Aber hallo, Herr Doppelverdiener! Wo ist denn da die »Erstverschlimmerung« abgeblieben?
